03.03.2007 - 00:00 Uhr
BurglengenfeldOberpfalz

Oberpfälzer Volkskundemuseum zeigt Patchwork und Quilts von Irene Kahmann Stoff, aus dem Geschichten sind

von Susanne WolkeProfil

Für den Stoff, aus dem Geschichten sind, gilt folgendes: je bunter und exotischer, desto besser. Irene Kahmann lässt sich Stoffe mitbringen. Aus Japan, Palästina und anderen fernen Ländern. Sie schneidet sie in Stücke und näht sie wieder zusammen. Das Resultat sind Patchworkarbeiten und Quilts.

"Stoffgeschichten" könnte man die farbenfrohen Kunstwerke auch nennen. Und genau so lautet der Titel der aktuellen Ausstellung in Burglengenfeld: "Kreative Stoffgeschichten - Patchwork und Quilt von Irene Kahmann" heißt die Schau, die bis zum 9. April im Oberpfälzer Volkskundemuseum zu sehen ist. Gezeigt sind mehr als 30 Arbeiten der aus Maxhütte-Haidhof stammenden Künstlerin, die ihr Handwerk in den USA gelernt und durch Ausstellungen und als Kursleiterin die ganze Welt bereist hat.

Manche der ein bis zwei Quadratmeter großen Stoffbilder wirken in ihren zarten Farben wie erste Frühlingsboten: "Netzmelone - die Fruchtige", heißt eine Komposition aus Spiralen und Punkten in frischem Blau und Orange. Der Baumwollquilt "Farbreise" dagegen ist kunterbunt, die Patchworkarbeit "Grüne Stille" wiederum in beruhigenden Grüntönen gehalten.

"Die Farbe war schon immer das wichtigste Gestaltungselement in meinen Arbeiten", sagt Irene Kahmann, die ihre Stoffe teilweise selbst färbt. "Mich faszinieren vor allem Kontraste." Ihren Stil bezeichnet die 65-Jährige als vorwiegend modern. Häufig näht sie gegenstandslose Bilder aus Kreisen und Quadraten. Daneben gibt es Tulpen, Vögel und Schildkröten. Manche geometrischen Figuren zeigen ihre wahre Gestalt erst beim zweiten Blick: der "Bauerngarten" etwa, oder die "Luzienhäusl", die im Wasser schwimmen.

Die endgültigen Motive entwickeln sich bei Irene Kahmann meist erst im Laufe der Arbeit. Zeit genug ist vorhanden: Schließlich liegen zwischen dem ersten Entwurf an der Pinnwand und dem endgültigen Stoffbild oft Monate. Monate, die die Künstlerin vor allem an der Nähmaschine verbringt. Denn besonders die Oberseiten der aus drei Lagen bestehenden Quilts sind aufwändig gestaltet.

"Patches" heißen die einzelnen Stoffteile, die dort zu ornamentalen Mustern zusammengenäht sind. Allein schon diese Stoffe sind in Irene Kahmanns Arbeiten etwas Besonderes: alte Kimonos aus Japan, Ikat-Stoffe aus Palästina und Seidenstoffe, die die Künstlerin selbst bemalt hat. Bunt und exotisch - Stoffe eben, aus denen Geschichten sind.

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