22.08.2017 - 20:10 Uhr
BurglengenfeldOberpfalz

Sebastian Bezzel alias Franz Eberhofer auf Kinotour Was hat der Knödel nur verbrochen?

Sebastian Bezzel (46) wirkt nach einer 13-tägigen Kinotour durch Bayern abgekämpft. Trotzdem freut ihn der Hype um ihn und "Die Grießnockerlaffäre". Der Film ist der vierte Teil der äußerst erfolgreichen Eberhofer-Krimis. Im Interview spricht Bezzel über Amberg, die markigen Sprüche seiner Oma und wieso er auf Autorin Rita Falk so bedrohlich wirkt.

Sebastian Bezzel reiste bei einer Kinotour 13 Tage durch Bayern. Dabei machte der Schauspieler auch im Burglengenfelder Starmexx halt und sprach über den Erfolg der Eberhofer-Krimis und seine Verbindung zur nördlichen Oberpfalz. Bilder: doz (3)
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Mehrere Hundert Zuschauer kamen ins Starmexx Burglengenfeld, um ein Selfie mit Sebastian Bezzel zu ergattern. Am Rande der Veranstaltung verriet der Schauspieler: "Es ist eine riesige G'schicht, dass die Leute so abgehen und dass einem die Sympathie so entgegenfliegt. Das genieße ich schon - aber es ist halt trotzdem sehr anstrengend." Unserem Medienhaus gab der 46-Jährige ein Interview.

Wie bedrohlich und einschüchternd sind Sie?

Sebastian Bezzel: Man sagt manchmal, dass ich ganz schön bedrohlich wirken kann, wenn ich richtig sauer bin. Ich selber würde sagen, ich bin sehr friedlich. Ich habe in meinem Leben noch keine Schlägerei gehabt.

Sprechen wir jetzt von Ihnen oder Franz Eberhofer?

Jetzt haben wir von mir geredet. Der Eberhofer hat schon eine Schlägerei gehabt, ist aber, denke ich, auch nicht scharf drauf. Ich glaube nicht, dass er zu körperlicher Gewalt neigt - er tut nur immer so, als ob.

Ich spiele darauf an, weil Rita Falk - die Autorin der Eberhofer-Krimis - einen lebensgroßen Pappaufsteller von Franz Eberhofer mit gezückter Waffe bei sich aufgestellt hat. Hat sie Ihnen schon verraten, warum das so ist?

Im Zuge von "Winterkartoffelknödel" haben wir alle einen Pappaufsteller zugeschickt bekommen. Den hat sie sich in ihrem Büro aufgestellt. Da stehe ich eben mit gezückter Waffe da. Sie sagt immer, wenn es nicht mehr weiter geht (mit dem Schreiben, Anmerkung der Redaktion), schaut sie hoch. Dann stehe ich mit der Waffe da und sie weiß, dass sie weiter arbeiten muss.

Die ersten drei Teile sahen 1,6 Millionen Zuschauer. Ein enormer Erfolg. Was bedeutet es für Sie als Schauspieler, so eine Figur wie den Franz Eberhofer zu spielen?

Es macht wahnsinnig viel Spaß. Und es ist natürlich ein Geschenk, wenn man mit so einem Ensemble immer wieder ran darf. Es war aber nicht abzusehen. Es ist schon interessant, wie sich so was entwickelt. Bei "Dampfnudelblues" haben wir damals noch gesagt, es wird ein einmaliger Fernsehfilm. Jetzt haben wir schon vier Kinofilme gedreht und der fünfte ist in Planung. Manchmal kneife ich mich schon und denke: Unglaublich, wie sich das entwickelt hat.

Sie haben in einem Interview mal geäußert, dass Sie sich bei den Dialogen einbringen, wenn gedreht wird. Sie sagten, dass Sie oft bei ihrer Mama und ihrer verstorbenen Oma klauen, weil die immer so treffsichere Sprüche auf Lager hatten. Welche zum Beispiel?

Der Klassiker, was der Franz mindestens einmal pro Folge sagt: "Des wär zvuil gsagt." Etwa wenn jemand sagt: "Ihr habt's gestern Party mit der Sonnleitner-Schnepfn gmacht." Dann sagt er: "Naja, Party wär zvuil gsagt, lustig war's halt." Oder wir hatten jetzt einen Spruch, der leider dem Schnitt zum Opfer gefallen ist. Wir hatten noch einen Knödel übrig und die Oma hat beim Dreh sagen müssen: "Den letzten Knödel, den isst du jetzt." Meine Oma hat bei solchen Sachen - wenn irgendwas übrig geblieben ist - immer gesagt: "Was hat jetzt der verbrochen." Das sind so kleine Sprüche, die ich immer mal wieder einbaue. Wenn es passt, nicht auf Teufel komm raus.

Sie waren bereits in Amberg und haben erzählt, dass ihr Opa ein gebürtiger Amberger ist. Was verbinden Sie mit der Nordoberpfalz? Gibt es da Berührungspunkte?

Nein, mein Opa hat in den 1920er Jahren Amberg schon wieder verlassen - was halt dann auch 50 Jahre vor meiner Geburt war. Ich war als Kind wohl mal da. Ich weiß noch, als Jugendlicher war ich mal in Cham und im Oberpfälzer Wald unterwegs. Aber richtig gut kenne ich die Ecke nicht.

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Weitere Informationen im Internet:

www.onetz.de/1770813

Sebastian Bezzel

Sebastian Bezzel ist in Garmisch-Patenkirchen geboren und lebt heute in Hamburg. Er absolvierte eine Ausbildung an der Bayerischen Theaterakademie August Everding in München. Frisch von der Schauspielschule gekommen, spielte er gleich in "Die Geschichte von Brandner Kaspar" mit Michael "Bully" Herbig mit. Zwölf Jahre lang, bis 2016, war Bezzel im Konstanzer Tatort zu sehen. Großen Bekanntheitsgrad erreichte der 46-Jährige durch seine Rolle als Franz Eberhofer in den Eberhofer-Krimis. Bisher sind vier Filme erschienen. Der fünfte wird ab September gedreht. Für die "Grießnockerlaffäre" tourte Bezzel 13 Tage lang durch Bayern. (doz)

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