ÖDP-Bundesvorsitzende spricht in Burglengenfeld
Wohlstand, neu definiert

Die Burglengenfelder ÖDP-Ortsvorsitzende Ursula Schindler, Bundestagskandidat Dr. Stefan Scheingraber, Bundesvorsitzende Gabriela Schimmer-Göresz und Kreisvorsitzender Alfred Damm (von links) werben für die "wachstumskritische Partei ÖDP". Bild: Hirsch
Politik
Burglengenfeld
25.08.2017
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Gabriela Schimmer-Göresz lebt vor , was sie sagt. Die Bundesvorsitzende der ÖDP steigt in kein Flugzeug, fährt nur "das Nötigste" mit dem Auto und ist weitgehend Selbstversorger. "Bewahren statt plündern", lautet ihr Motto. Bei einer Wahlversammlung am Mittwoch in Burglengenfeld definierte sie "Wohlstand" neu.

"Wir haben Verantwortung und müssen runter vom Sofa". Die Spitzenkandidatin der "wachstumskritischen Partei" appelliert an die Bürger, sich für "eine menschengerechte Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik" einzusetzen. Der "Erderschöpfungstag" fiel in diesem Jahr bereits auf den 2. August, in Deutschland sogar schon auf ein Datum im April. Schimmer-Göresz ist überzeugt: "Die nachfolgenden Generationen werden uns verfluchen, wenn wir keinen Ausweg aus unserer Leitkultur der Verschwendung und Zerstörung finden". Die ÖDP-Politikerin aus dem Landkreis Neu-Ulm zitierte den früheren Bundespräsidenten Horst Köhler, der sagt: "Die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts werden wir nicht mit dem jetzigen Wohlstands- und Wachstumsmodell lösen können". Ein "Wohlstand ohne Gier" bedeute, Afrika von den knebelnden Handelsabkommen zu befreien und den Fluchtgründen den Boden zu entziehen.

Die ÖDP-Bundesvorsitzende bezieht sich auf die Enzyklika "Laudato si", in der Papst Franziskus zum Konsumverzicht und gegen Ausbeutung aufruft. Wer Waffen liefere und den Klimaschutz missachte, werde Flüchtlinge ernten, ist Gabriela Schimmer-Göresz überzeugt. Der ÖDP-Direktkandidat im Bundeswahlkreis Schwandorf/Cham, Dr. Stefan Scheingraber, outete sich als "langjährigen CSU-Wähler", der aber längst zu der Erkenntnis gekommen sei : "Die CSU hat sich zu einer arroganten Partei mit autoritären Strukturen entwickelt". Der Mediziner und Theologe aus Cham sieht in den Nichtwählern die "größte Fraktion". Zähle man die kleinen Parteien hinzu, die unter die Fünf-Prozent-Hürde fielen, so ergebe sich ein Anteil von 40 Prozent aller Wahlberechtigten, "die nicht von diesem Parlament vertreten werden".

Deshalb sei es kein Wunder, so Dr. Stefan Scheingraber, "dass die Politikverdrossenheit zunimmt". Mit dem Programm "Mensch und Planet vor Profit" will er die vielen Nichtwähler ansprechen und ihnen die ÖDP als "die bessere Alternative" ans Herzen legen.
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