Annetta Negare bei Retro-Show "Tutti Frutti"
Kötztinger Kirsche

Im Cin-Cin-Playboy-Ballett macht Annetta Negare (Zweite von links) als rote Kirsche eine gute Figur. Die gebürtige Bad-Kötztingerin (24) ist heute Abend in einer Hommage an die 90er-Jahre-Erotikgameshow "Tutti Frutti" zu sehen. Die von Jörg Draeger (vorne rechts) und Alexander Wipprecht moderierte Retro-Show wird um 22.05 Uhr auf dem Sender RTL Nitro ausgestrahlt. Bild: Jörg Carstensen/dpa
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Cham
29.12.2016
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Annetta Negare macht von sich und ihren Kolleginnen vom "Cin Cin Playboy-Ballett" bei den Dreharbeiten zur Erotik-Gameshow "Tutti Frutti" ein Erinnerungsselfie. Bild: Jörg Carstensen/dpa

Was bitte ist ein Länderpunkt? Auch 25 Jahre nach "Tutti Frutti" ist diese Frage nicht ganz geklärt. Wenn es dann aber "Cin Cin" hieß und das "Früchte"-Ballett seinen Auftritt hatte, war der Modus der Erotik-Gameshow schnell vergessen. So wohl auch heute beim Remake, in dem eine Kirsche aus der Oberpfalz einen roten Farbtupfer setzt.

Hamburg/Cham. Wenn die Retro-Show heute Abend auf RTL Nitro läuft, ist Annetta Negare (24) mittendrin. 2014 wurde die gebürtige Bad Kötztingerin im Playboy zur Miss November gewählt. Zwischen Weihnachtsfest mit Familie und Verlobten in Stuttgart und dem nächsten Werbejob sprach die vielbeschäftigte Wahlhamburgerin über ihre ungewöhnlichen Arbeitskleidungen:

Wie fühlt man sich als Obst, und wie wird man überhaupt zur Kirsche?

Annetta Negare: Es ist toll, dass ich die Kirsche bin. Jeder mag Kirschen. (lacht) Der Kontakt dazu kam über die Leute vom Playboy zustande. Weil ich eine tänzerische Ausbildung habe, kam ich in Frage. Bevor ich überhaupt gegoogelt hab, hab ich "Ja" gesagt. Dann hat mir die Agentur Links mit den Tanzparts zugeschickt, da hab ich gesagt - "das passt".

Als die Originalsendung Anfang der 90er lief, waren Sie gerade geboren. Haben Sie vor dem Dreh mehr darüber erfahren?

Ich habe erst einmal direkt meinen Verlobten gefragt, weil der etwas älter ist. Der hat mich nur angegrinst und gesagt "cool". Die Show ist vor allem witzig. Mit der leichten Erotik habe ich eh keine Probleme. Mir ist wichtig, dass es nichts Schlüpfriges ist. Da achte ich sehr darauf.

Die Sendung wurde Mitte Dezember aufgezeichnet. Wie war es?

Ich darf nicht zu viel verraten. Witzige Spiele, ein bisschen was von der Originalshow und ein paar heiße Frauen. Es lohnt sich einzuschalten. Ich bin da selbst gespannt und sitze heute vor dem Fernseher, denn ich stand ja nur vor der Kamera. Überhaupt hat es viel Spaß gemacht. Die Tänzerinnen waren bis auf die Erdbeere alles Playmates, meine Bunny-Kolleginnen, die ich von vielen Events her kenne.

Tänzerisch war es nicht so anspruchsvoll, auch wenn wir einen harten Trainingstag hatten, um die Choreographie einzustudieren. Der Moderator Jörg Draeger ist ein charmanter Typ, den ich noch vom Zonk ("Geh aufs Ganze") her kenne. Meine Eltern waren dort mal im Studio.

Ihre Eltern leben noch in Cham. Was bedeutet der Ort nach Jahren in Stuttgart und Hamburg für Sie?

Mit Cham verbindet mich meine Familie. Hamburg ist zwar meine Stadt, aber immer wenn es mir zu viel, zu stressig wird, ist das Erste, was ich mache, heimzufahren. Cham ist für mich ein Ruhepol. Ich fahre immer mit einem guten Gefühl zurück.

Gibt es noch Kontakt zu den Sportgymnastinnen vom ASV Cham?

Klar, uns verbindet da sehr vieles. Dort hat alles angefangen, meine Sportkarriere, die Grundlage für mein jetziges Leben. Ich habe Wettkämpfe für Cham bestritten, bis ich mit neun in Potsdam beim "Mäusecup" entdeckt wurde. Es ist super familiär. Wenn ich in Cham bin, schaue ich im Training vorbei, um "Hallo" zu sagen und Trainingsstunden zu geben. Durch die Musicalausbildung habe ich einen anderen Blick darauf. Das versuche ich aufrecht zu erhalten, auch wenn es nicht immer klappt. Ich trainiere auch in Hamburg Kinder in Tanz und Rhythmischer Sportgymnastik - nicht für den Spitzensport, sondern nur zum Spaß.

Wie hält sich eine ehemalige Leistungssportlerin und ein Model fit? Mit Joggen oder im Studio?

Joggen? Um Gottes willen, ne. Nie im Leben. Das ist viel zu langweilig. Auch ein Fitnessstudio kommt nicht in Frage. Tanzen ist da meine Sportart. Da mache ich lieber zu Hause die Musik an und schwing meinen Hintern. (lacht) Ich versuche, ein- bis zweimal die Woche etwas zu tun.

Ansonsten halten Ihre verschiedenen Jobs Sie fit. Was antworten Sie auf die Frage, was Ihr Beruf ist?

(Nach kurzem Überlegen) Wahrscheinlich "Werbegesicht". Ich bin ja auf einer eigenen Getränkedose verewigt, werbe für einen Energydrink. Ein Teil des Erlöses geht an "Kids Day" - ein Projekt, das sich um benachteiligte Kinder kümmert und ihnen einen schönen Tag schenkt. Außerdem bin ich Werbefigur für das neue Playboy-Boxspringbett. Das habe ich auch zu Hause stehen.

Der Kontakt zu Playboy besteht also weiterhin?

Playmate ist man ein Leben lang. Es gibt eben nur eine Miss November 2014. Später kann man entscheiden, ob man Jobanfragen annimmt. Es macht immer Spaß, bei der Playboy-Familie zu sein. Die "Dienstkleidung" ist immer ein Highlight für mich, wenn ich sie tragen darf.

Wird es nach dem Retro-Abend von "Tutti Frutti" eine Fortsetzung geben?

Das ist meines Wissens noch nicht klar. Ich weiß auch nicht, ob das von den Quoten abhängig ist, oder die Geschichte nur eine einmalige Hommage ist. Da lass ich mich überraschen und sehe was passiert. Heut Abend gucke ich erst mal "Tutti Frutti". Der Trailer lief überall im Kino. Mich groß auf der Leinwand zu sehen, hat mich sehr stolz gemacht.

Hört man hier etwa Zukunftspläne als Schauspielerin heraus?

Ich plane nicht so viel, lasse alles lieber auf mich zukommen - von der Sportkarriere zur Stage School und zum Playboy. Ich hätte auch nie gedacht, dass ich jemals bei "Tutti Frutti" mitmachen würde.

Hand aufs Herz: Können Sie uns die Regeln der Spielshow erklären?

Um ehrlich zu sein: Ich habe sie auch nicht so richtig verstanden.

Annetta NegareAnnetta Negare wurde 1992 in Bad Kötzting (Kreis Cham) geboren und kam als Dreijährige nach Cham. Beim dortigen ASV fing sie mit Rhythmischer Sportgymnastik an. Mit neun Jahren wurde das Nachwuchstalent entdeckt, trainierte von da an im Olympiastützpunkt bei Stuttgart und wurde Deutsche Meisterin. Mit 17 Jahren beendete Negare ihre Sportkarriere und schloss eine Ausbildung an der Stage School Hamburg 2012 als eine der besten Absolventinnen ab. 2014 machte der Playboy sie zur Miss November. Seitdem wird sie weiterhin als Playmate gebucht und arbeitet als Werbegesicht für diverse Projekte und Marken. (tos)
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