23.10.2017 - 19:36 Uhr
Oberpfalz

Vierteiler "Das Verschwinden" in der ARD gestartet Film-Drama um Kampf gegen Crystal Meth

Es ist eine beklemmende Zustandsbeschreibung. Junge Menschen aus Ostbayern werden in den Konsum der gefährlichen Droge Crystal Meth verstrickt und handeln auch damit. Ein Stück furchtbare Zeitgeschichte, das am Sonntag mit der Ausstrahlung des Vierteilers "Das Verschwinden" in der ARD begonnen hat. Der Handlungsort wurde von dem aus Altötting stammenden Regisseur Hans-Christian Schmid (52) in die niederbayerische Provinz verlegt. Doch es ist eindeutig die oberpfälzische Stadt Cham, in der sein im Dezember 2016 gedrehter Vierteiler spielt. Ein grenznaher Ort, in dem die Polizei einen schier aussichtslosen Kampf gegen die im Nachbarland Tschechien produzierte Droge Crystal Meth führt.

Für die Aufnahmen der einzelnen Szenen für "Das Verschwinden" waren rund 50 Personen des Filmteams an zwei Tagen unter anderen in Furth im Wald vor Ort. Bild: Julia Adam
von Autor HOUProfil

Schmid, nach Ansicht vieler seit Sonntag im Internet stehender Kritiken "wahrscheinlich einer der besten Heimatfilmer, den die Branche derzeit hat", deckt Zustände schonungslos auf. Er stellt das Verschwinden einer 19-Jährigen in den Mittelpunkt und gruppiert um diese junge Frau mit dem Namen Janine eine Vielzahl von Protagonisten. Darunter auch die prominente Schauspielerin Nina Kunzendorf, die eine leidgeprüfte Mutter spielt. Sie und alle anderen sind auf dem Weg der Hoffnungslosigkeit. Man erfährt: Crystal Meth ist zu einer Art Seuche geworden, gegen die behördlicherseits auf deutschem Boden zwar intensiv vorgegangen wird.

Hans-Christian Schmid macht aber auch deutlich: Es ist ein Kampf gegen Windmühlen. Bemerkenswert: Zumindest im ersten Teil des Films rückten deutsche Fahnder ins Blickfeld. Was drüben in Tschechien unternommen wird, blieb bisher unerwähnt. Aus der Praxis weiß man: eher wenig. Denn mögen tschechische Behörden auch noch so sehr behaupten, sie täten vieles: Zerschlagen ist die Hydra der Produktionsstätten von Crystal Meth bis heute nicht. Ein Film, der spannend ist, weil er in Nischen blickt. Junge Frauen, die sich "anfixen" lassen und dann selbst zu Transporteuren des Rauschgifts aus vietnamesischen Speed-Küchen werden. Der mit ehrlichem Bemühen gegen einen Crystal-Tsunami kämpfende Zivilpolizist und Eltern, die in Verzweiflung versinken. Alles vor der Kulisse eines Ortes, in dem einst die Beschaulichkeit daheim war.

Die Außenaufnahmen für "Das Verschwinden" wurden in Cham, Furth im Wald, Viechtach und Deggendorf gedreht. Der zweite Teil wird am kommenden Sonntag, 29. Oktober, um 21.45 Uhr ausgestrahlt. Zur gleichen Sendezeit stehen die beiden weiteren Folgen am Montag, 30. Oktober, und am Dienstag, 31. Oktober, im Programm. Der erste Teil ist in der Mediathek der ARD im Internet abrufbar.

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