35-köpfige Expertenkommission soll Lehren aus Problemen mit Großprojekten ziehen
Mängel auch am Hauptbahnhof

Nun kommt auch noch Ärger am Berliner Hauptbahnhof hinzu. An der erst 2006 eröffneten Vorzeige-Bahnstation am Kanzleramt sind Nacharbeiten nötig. Bauelemente von Gleisbrücken lassen sich nicht reparieren und sollen 2015 durch stabilere Neukonstruktionen ersetzt werden - Kosten: 25 Millionen Euro.

Dabei erscheinen diese Tücken noch überschaubar im Vergleich zu Pannen, die Großprojekten wie Stuttgart 21 oder dem Berliner Großflughafen zu schaffen machen. Fachleute sollen jetzt grundlegend analysieren, wie dies künftig zu vermeiden ist - mittlerweile geht es auch um das angekratzte Image des Wirtschaftsstandorts Deutschlands.

"Auch wenn es Ausreißer sein mögen, solche Projekte schädigen den Ruf Deutschlands als Ingenieurs- und Techniknation", sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) anlässlich der ersten Sitzung einer von ihm berufenen Expertenkommission am Mittwoch in Berlin.

Die Kommission soll in eineinhalb Jahren Empfehlungen erarbeiten, etwa wie Planungen zu verbessern sind. "Es geht darum, dass Projekte mit guter Qualität im gesetzten Kosten- und Terminrahmen realisiert werden", sagte Ramsauer. Bei öffentlichen Bauten erwarteten die Bürger zudem zu Recht, dass sorgsam mit Steuergeld umgegangen werde.

Der Kommission mit 35 Mitgliedern gehören unter anderem Bahnchef Rüdiger Grube, der Koordinator der Bauprojekte für die Olympischen Spiele in London 2012, Klaus Grewe, Vertreter der Bauwirtschaft und des Bundesrechnungshofs an. Sie sollen den gesamten Bauprozess von der ersten Idee bis zur Inbetriebnahme auf Schwachstellen untersuchen.
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