15.05.2009 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

55 Jahre Katholisches Kinderhaus St. Michael - Nur sechs Monate Bauzeit - Samstag Jubiläumsfest "Schönste Kindertagesstätte Bayerns"

Wenn es sich auch nur um ein halbrundes Jubiläum handelt, so feiert das Katholische Kinderhaus St. Michael dennoch diesen Samstag, 16. Mai, das 55-jährige Bestehen - mit einem umfangreichen Programm (siehe Kasten rechts). Die Anlage war ursprünglich als "schönste Kindertagesstätte Bayerns" 1953 gebaut und am Lichtmesstag 1954 eingeweiht worden.

von Autor TMLProfil

Seither hat sich der einstige Katholische Kindergarten mit seinen Aufgaben, Schwerpunkten und Gruppen längst zu einer beliebten und breit gefächerten Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungseinrichtung entwickelt. Sie ist heute für die Vorschulerziehung, wie auch als Hort-Einrichtung für Schulkinder unverzichtbar geworden.

Blättert man in alten Ausgaben der Waldsassener "Grenz-Zeitung", so wird bewusst, dass schon vor fast 100 Jahren, nämlich im Sommer 1911 der Ruf nach einem örtlichen Kindergarten laut wurde. Und tatsächlich führten alle Überlegungen und Bemühungen schließlich dazu, dass beim Neubau der damaligen "Rettungsanstalt" im Hause Egerer Straße 28 im Jahre 1912 auch eine "Kinderbewahranstalt" ihre Heimstatt finden konnte. Dieser Neubau erhielt am 23. Juni 1913 die kirchliche Weihe und konnte nun bezogen werden.

Damit verfügte man in Waldsassen erstmals über einen regulären Kindergarten, dessen Leitung - wie schon beim "Waisenhaus" - von bewährten Mallersdorfer Schwestern wahrgenommen wurde. Allgemein hatte man die neue Einrichtung - im Hinblick auf die damals dominierende Industrie-Bevölkerung als ein großes Bedürfnis empfunden, "wo die noch nicht schulpflichtigen Kinder untergebracht werden, während deren Eltern der Arbeit nachgehen". Gleichwohl sollte aber die Familie ihre Rolle für die grundlegende Erziehung der Kinder behalten. Einige Jahre später erfährt man, dass die "Bewahrschule" - wie sie sich nun nannte - vom April anfangend nur während der Sommermonate geöffnet war. Die wöchentliche Gebühr je Kind betrug nun 80 Pfennig. Unter Stadtpfarrer Michael Höfner kam es 1930 zu einem längst notwendigen Erweiterungsbau des Kinderheimes.

Fürsorglich und warmherzig

Einen Wechsel an der Spitze des Kindergartens gab es 1943, als die damals 32-jährige Schwester Adelwiga Plenk ins Stiftland kam und die Leitung übernahm. Durch ihre fürsorgliche und warmherzige Art gewann sie alsbald die Herzen der Kinder und ist vielen Waldsassenern heute noch in guter Erinnerung. Schwester Adelwiga zog sich 1990 ins Mutterhaus nach Mallersdorf zurück, wo sie 1994 verstarb. Die Krönung ihres Lebenswerkes bildete der Bau des Kindergartens "St. Michael" 1953 in Neubaugebiet zwischen der Lämmer- und der Adalbert-Stifter-Straße. Da der alte Kindergarten an der Egerer Straße abgelegen war und keine Erweiterung mehr zuließ, sah sich die Kath. Kirchenverwaltung unter Stadtpfarrer BGR Josef Wiesnet zu dem Neubau gezwungen.

Das zentral gelegene Grundstück war im Tauschwege erworben worden. Am 6. August 1953 erfolgte der erste Spatenstich. Für die Planung zeichnete Architekt Walter Salmen, Wiesau, verantwortlich. So entstand in rund sechs Monaten Bauzeit ein moderner und zeitgemäßer Kindergarten, der etwa 250 Kindern Platz bieten konnte. Die Baukosten betrugen rund 300 000 DM. Zur feierlichen Einweihung am 2. Februar 1954 erschienen zahlreiche Ehrengäste, an der Spitze Weihbischof Josef Hiltl, Regensburg. Ein besonderer Dank galt dem unvergessenen Regensburger Erzbischof Dr. Michael Buchberger, der den Bau maßgeblich gefördert hatte. Zum Dank und zu seinem Andenken erhielt der Kindergarten anfangs den Namen "Michaelsheim" und später "St. Michael".
Aufgrund der fortschreitenden Erfordernisse wurde das Haus in der Folgezeit mehrfach modernisiert und ausgebaut, zuletzt 1994/95 unter Prälat Vitus Pschierer, als eine umfassende Sanierung und Erweiterung sowie ein Dachaufbau erfolgten. Spätere Kindergarten-Leiterinnen waren Schwester Ehrentraud (1965 bis 1990) und Schwester Albertona (1990 bis 2002, gestorben 2003), ebenso Martina Fuhrmann (geborene Haberkorn). Heute leitet das Kinderhaus Kerstin Treml mit ihrem Team.

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