07.08.2007 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

90 Prozent sind Beamte und streiken nicht - Trotzdem auf Verspätungen und Ausfälle einstellen Oberpfälzer Lokführer ganz brav

Was Kyrill geschafft hat, das machen die Lokomotivführer mit links. Wenn sie zum Sturm auf ihren Arbeitgeber blasen, dann gerät der gesamte Bahnverkehr ins Wanken. Doch wie schon beim Orkan könnte Ostbayern auch bei der Tarifauseinandersetzung glimpflich davonkommen. Denn die meisten Triebwerksfahrer in der Oberpfalz sind verbeamtet.

Die meisten Lokomotivführer aus der Oberpfalz werden am Mittwoch Dienst schieben. Trotzdem wird es aufgrund der Störungen in den größeren Städten auch in der Region zu Verspätungen und Ausfällen kommen. Bild: Popp
von Uli Piehler Kontakt Profil

Beamte dürfen nicht streiken und sollen bei der Auseinandersetzung mit Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) die verlässlichen Stützen der Deutschen Bahn (DB) sein. "90 Prozent unserer Kollegen in Schwandorf und Weiden sind Beamte", erklärt Martin Klum, stellvertretender Vorsitzender der GDL-Ortsgruppe Regensburg. Ob die Lokführer in die großen Städte abgezogen werden, um das befürchtete Chaos dort zu mindern, konnte er nicht sagen.

Chaos in München

"In den Großstädten sieht es anders aus. Dort sind die Angestellten in der Mehrheit", sagt Klum. Und die seien überwiegend in der GDL organisiert. Für den S-Bahn-Verkehr in München prophezeit er im Falle eines Falles einen Komplett-Stillstand. Erhebliche Einschränkungen erwartet er auch an den Eisenbahn-Knotenpunkten Regensburg und Nürnberg. Klum: "Wenn aus beiden Städten keine Züge ankommen, dann hat das auch Auswirkungen auf die kleineren Bahnhöfe in der Oberpfalz." Antje Bittner, Bayern-Sprecherin der Deutschen Bahn, wollte sich über die betriebsinternen Planungen für den Streikfall nicht äußern. "Wie wir in den Regionen darauf reagieren, wissen wir noch nicht", sagte sie. Nur so viel: Die Fahrgäste sollten sich unbedingt im Internet informieren oder die Streik-Hotline (Telefonnummer 08000/99 66 33) anrufen.

Die DB beschäftigt in der Region Ostbayern 561 Mitarbeiter, davon 205 Lokomotivführer. Zwischen Passau und Tirschenreuth verkehren etwa 600 DB-Züge täglich. Pro Jahr steigen in der Region etwa 17,5 Millionen Fahrgäste zu. Das waren schon einmal mehr: Die Länderbahn, die die Strecken zwischen Hof und Regensburg sowie zwischen Schwandorf und Furth im Wald im Stundentakt bedient, hat der Bahn viele Kunden weggeschnappt. "Wir streiken nicht", heißt es in der Länderbahn-Zentrale in Viechtach.

Länderbahn außen vor

Der Tarifkonflikt sei eine Auseinandersetzung zwischen der Lokführergewerkschaft und der Deutschen Bahn. Die 160 Triebwerksfahrer der Länderbahn seien dabei außen vor. Dass es aufgrund von Störungen bei der DB auch zu Verspätungen bei der Länderbahn kommt, konnte ein Sprecher aber nicht ausschließen.

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