Absolute Mehrheit bereits im ersten Wahlgang
Türkei: Erdogan neuer Präsident

Recep Tayyip Erdogan und seine Frau Emine. Bild: dpa

Regierungschef Recep Tayyip Erdogan hat die historische Präsidentenwahl in der Türkei im ersten Wahlgang gewonnen. Nach Auszählung fast aller Stimmen kam der islamisch-konservative Politiker auf knapp 52 Prozent der Stimmen. Das meldeten türkische Medien am Sonntagabend.

Auch der Chef der Wahlkommission, Sadi Güven, sprach auf der Grundlage vorläufiger Ergebnisse von einer absoluten Mehrheit für Erdogan. Der 60-Jährige wird damit das erste durch das Volk gewählte Staatsoberhaupt der Türkei. Der Gemeinschaftskandidat der beiden größten Oppositionsparteien CHP und MHP, Ekmeleddin Ihsanoglu, kam auf rund 39 Prozent, der Kandidat der pro-kurdischen HDP, Selahattin Demirtas, auf knapp 10 Prozent. Die Wahlbeteiligung gab CNN Türk mit rund 74 Prozent an.

Erdogan sagte vor jubelnden Anhängern in Istanbul: "Heute hat unsere Nation bei den Wahlen ihren Willen ausgedrückt." Mit seinem Sieg dürften die Weichen für die Einführung eines Präsidialsystems gestellt sein und das Amt mit noch mehr Macht ausgestattet werden. Als eines seiner zentralen Ziele hatte Erdogan eine neue Verfassung angekündigt. Er hat zudem deutlich gemacht, dass er als Präsident die Kompetenzen der derzeitigen Verfassung voll ausnutzen möchte. Die Amtszeit des neuen Präsidenten beginnt am 28. August.

Die Opposition warf Erdogan vor, staatliche Mittel im Wahlkampf genutzt zu haben. In die Kritik war auch der Staatssender TRT geraten, der Erdogan mehr Sendezeit eingeräumt hatte als seinen beiden Kontrahenten. (Seite 8)
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