Adidas-Chef zur Hoeneß-Affäre
«Wir sind da absolut sauber»

Adidas-Chef Herbert Hainer (rechts) hat jede Verwicklung des Konzerns in die Steueraffäre von Bayern-Präsident Uli Hoeneß zurückgewiesen. Bild: dpa
Der Privatkredit eines früheren Adidas-Chefs an Uli Hoeneß hat ein Geschmäckle, schließlich vereinbarten der Sportartikelkonzern und der FC Bayern München bald darauf eine enge Zusammenarbeit. Jetzt hat der amtierende Adidas-Chef klargemacht: «Wir sind da absolut sauber.»

Herzogenaurach. (dpa) Adidas-Chef Herbert Hainer hat jede Verwicklung des Konzerns in die Steueraffäre von Bayern-Präsident Uli Hoeneß zurückgewiesen. «Wir haben das natürlich intern bei uns untersucht, und es gibt absolut kein Compliance Issue», sagte Hainer am Freitag in Herzogenaurach. «Wir sind da absolut sauber.» Der inzwischen gestorbene frühere Adidas-Vorstandsvorsitzende Robert Louis-Dreyfus hatte Hoeneß für dessen Schweizer Zocker-Konto 5 Millionen Mark geliehen und für 15 weitere Millionen Mark gebürgt. Kurz darauf vereinbarten Adidas und der FC Bayern München im Jahr 2001 ihre strategische Partnerschaft.

Dennoch gebe es zwischen diesem Privatgeschäft sowie dem Engagement des Konzerns bei Bayern München keinen Zusammenhang, betonte Hainer. Louis-Dreyfus sei zum Zeitpunkt der Verhandlungen bereits nicht mehr in das Tagesgeschäft involviert gewesen. Und weder er selbst als Louis-Dreyfus' Nachfolger noch irgendjemand anderes im Unternehmen habe etwas von dem Kredit gewusst.

Auch Hoeneß hatte in einem Interview der «Zeit» erklärt: «Robert hatte mit dem Deal gar nichts zu tun.» Die Entscheidung für die Partnerschaft mit Adidas sei gefallen, weil es sich um ein deutsches Unternehmen handle und der FC Bayern lange vertrauensvoll mit Adidas zusammengearbeitet habe. «Es muss doch möglich sein, es so lange zu erklären, bis dieses Geschmäckle weg ist», meinte Hoeneß.

Mit Blick auf Hoeneß' Steueraffäre sagte Hainer, der auch stellvertretender Aufsichtsratschef beim FC Bayern ist: «Die Medien und die Öffentlichkeit sollten nicht den Fehler machen, Uli Hoeneß vorzuverurteilen. Ich zumindest tue es nicht.» Hoeneß wisse selbst am besten, dass er «einen Riesenfehler gemacht» habe. Doch auch wenn Steuerhinterziehung kein Kavaliersdelikt sei, gebe es in Deutschland nun mal das Mittel der strafbefreienden Selbstanzeige.

Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen Hoeneß wegen Steuerhinterziehung. Auf das Engagement des weltweit zweitgrößten Sportartikelkonzerns bei den Münchnern werde die Affäre aber keine Auswirkungen haben, versicherte Hainer. «Natürlich werden wir Aktionäre beim FC Bayern München bleiben. Wir sind mit der Zusammenarbeit absolut zufrieden.»
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