25.06.2010 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Am Wochenende starten die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr lässt es krachen

Festtage in Grafenwöhr: Ab Sonntag wird das 100-jährige Bestehen des Truppenübungsplatzes gefeiert. Höhepunkte sind der Große Zapfenstreich am Mittwochabend (siehe Kasten) und das Bürgerfest am 3. und 4. Juli.

Mächtiges Areal: Ein Blick auf den Truppenübungsplatz Grafenwöhr, im Vordergrund der Wasserturm, dahinter die neue Kaserne für 3500 Soldaten. Bild: mor
von Frank Werner Kontakt Profil

Los gehen die Festivitäten an diesem Sonntag um 17 Uhr im Oberpfälzer Kultur- und Militärmuseum mit der Ausstellungseröffnung "100 Jahre Truppenübungsplatz" und "100 Jahre Bundesforst". Dazu spielen die Jagdhornbläser Eschenbach und die Dixieland-Band "USAREUR". Am Mittwochabend wird der Große Zapfenstreich auf dem Paradefeld beim Wasserturm gefeiert.

Am nächsten Wochenende lockt die Festmeile vom Rathaus bis zum Wasserturm mit einem großen Bürgerfest. Angeboten werden unter anderem Rundfahrten in den Truppenübungsplatz mit Schießvorführungen, ein Kinderumzug, Festbetrieb im Bierzelt und Sonderausstellungen sowie am 4. Juli ab 22.30 Uhr ein großes Feuerwerk zum Unabhängigkeitstag der Amerikaner. Einlass für die Bevölkerung in den Truppenübungsplatz ist zu Fuß mit Personalausweis über die Wache 1 in der Alten Amberger Straße möglich.

Einst Kriegsgefangenenlager

Der Truppenübungsplatz Grafenwöhr wurde am 30. Juni 1910 für die bayerische Armee in der strukturschwachen Region mit einem ersten Kanonenschuss eröffnet. Im Ersten Weltkrieg war Grafenwöhr Bayerns größtes Kriegsgefangenenlager. 23 000 Franzosen und Russen wurden dort inhaftiert. Von 1936 bis 1939 vergrößerten die Nationalsozialisten das Gebiet um mehr als 23 000 Hektar. 57 kleinere Ortschaften wurden dafür geräumt, etwa 3500 Menschen verloren ihre Heimat.
Am 19. April 1945 übernahm die US-Armee den Übungsplatz. Von 1946 bis 1951 wurden für die Amerikaner noch einmal rund 3200 Einwohner aus 85 Dörfern umgesiedelt, um das Militärareal vergrößern zu können. Sieben Jahre später kam Elvis Presley für sechs Wochen als Soldat zu einer Übung in die Oberpfalz.

Größtes Militärzentrum

Heute ist die Oberpfalz das größte Militärzentrum des US-Heeres in Europa. In der Nähe gelegen ist noch das Trainingsgelände Hohenfels. Die beiden Standorte umfassen zusammen 37 000 Hektar und zählen zu den modernsten militärischen Ausbildungszentren in der Welt. Hier übt nicht nur die US-Armee, sondern auch die Bundeswehr und Soldaten von fast allen anderen Nato-Partnern. Im US-Südlager Vilseck sind rund 4600 US-Soldaten stationiert.

In der Region leben inzwischen rund 30 000 Amerikaner, Soldaten mit ihren Familien. In den nächsten Jahren sollen 5000 weitere US-Bürger nach Grafenwöhr ziehen. Die US-Soldaten und ihre Familien geben jährlich knapp 50 Millionen Euro privat aus. Die Mieteinnahmen belaufen sich auf rund 89 Millionen Euro. Das größte Wohnungsbauprojekt war zuletzt die Siedlung Netzaberg bei Eschenbach mit 830 Häusern, Schule, Sporthalle und Einkaufszentrum. Die Army bietet zudem etwa 4600 deutschen Zivilbeschäftigten Jobs an.

Weitere Informationen im Internet:

http://www.grafenwöhr.de

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