05.01.2010 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Amberger Brauerei übernimmt Namensvetter aus Schlicht - Nicht miteinander verwandt Zwei Winkler aus einem Sudkessel

Sie sind allenfalls "um hundert Ecken" miteinander verwandt, ihre Familien gehen seit Generationen dem Braugewerbe nach und mit den letzten Tagen des Jahres 2009 schrieben sie in der Region Amberg-Sulzbach ein neues Kapitel der jahrhundertealten Biergeschichte: Winkler Schlicht und Winkler Amberg firmieren fortan unter einem Dach.

In der alten Wirtsstube des Schlichter Brauerei-Gasthofs informierten Josef Winkler (links) und Karl Winkler (rechts) vor der weiterhin existierenden Getränkepalette über den gemeinsamen Weg, den die Brauereien aus Amberg und Schlicht bestreiten werden. Bild: Steinbacher
von Erich Lobenhofer Kontakt Profil

Die zwei Traditionsbetriebe sind seit 1. November betriebswirtschaftlich eine Einheit. In der Praxis geht der Zusammenschluss schrittweise vonstatten, darauf haben sich Josef Winkler (Amberg) und Karl Winkler (Schlicht) verständigt. Gebraut wird fortan nur noch am Schanzgäßchen in Amberg, während in Schlicht Lagerkapazitäten genutzt werden.

Inzwischen sind fast zwei Jahre seit den ersten Gesprächen vergangen:

Umsatzeinbußen, resultierend aus einer ständig schwieriger werdenden Marktsituation, dazu Pläne der Stadt Vilseck, eine neue Kläranlage zu beschaffen, in die die Brauerei Winkler einer der Haupteinleiter gewesen wäre - all dies veranlasste Karl Winkler zur Kontaktaufnahme mit seinem Namensvetter aus Amberg. Parallel dazu waren diverse Runden über ein zentrales Abfüllzentrum für etliche Brauereien in der Region aus Kostengründen im Sand verlaufen.

So reifte für Karl Winkler die Entscheidung, Abschied zu nehmen von der eigenen Produktion in Schlicht. Ergo war ab Ende Oktober dort mit der Abfüllerei Schluss. Keineswegs sei es darum gegangen, dass der kleinere Winkler vom größeren geschluckt werde, versicherte der Amberger Bräu: "Wir wollen, dass der Kunde ein möglichst attraktives Sortiment erhält." Will heißen: "Schlichter Kunden bekommen das Amberger 1617 und für uns ist der dunkleDagesteiner Rittertrunk interessant", erläuterte Josef Winkler. Ein Erfolgsprodukt aus Schlicht sei das Cola-Mix, das dort rund 50 Prozent der alkoholfreien Getränke abgedeckt habe und nun zum gemeinsamen Zugpferd werden soll.
Zu der bei dieser Art von Kooperation häufig diskutierten Frage, ob bei künftig gemeinsamer Erzeugung weiterhin unterschiedliches Bier gebraut werde, redeten Karl und Josef Winkler gegenüber der AZ Klartext: "Jeder bleibt bei seiner Auszeichnung. Wir wollen aber auch keinen Etikettenschwindel betreiben."

Insbesondere, was das helle Bier aus beiden Häusern anlangt, hätten Laboranalysen ergeben, dass sich "beide Biere in der Vergangenheit bereits sehr, sehr ähnlich waren". Dies erstaunt nicht wirklich, schließlich hatten die zwei Betriebe ein- und denselben Hopfen und Malzlieferanten. Für den gemeinsamen Ausstoß verständigten sich die Winklers darauf, "die ganz wenigen Divergenzen anzugleichen".

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