Amberger CSU-Kreisvorsitzende hinter JU-Frau Albsteiger auf Platz 31 der Landesliste
Lanzinger unterliegt im Duell

Die Vorsitzende der Jungen Union, Katrin Albsteiger, entschied die Kampfabstimmung gegen die Ambergerin Barbara Lanzinger um Listenplatz 30 für sich. Bild: dpa

Bei der Kampfabstimmung um den aussichtsreichsten Platz auf der CSU-Landesliste für die Bundestagswahl hat die ehemalige Amberger Bundestagsabgeordnete Barbara Lanzinger eine Niederlage einstecken müssen. Die von der Frauen-Union nominierte Oberpfälzerin unterlag in der Stichwahl um Platz 30 der Vorsitzenden der Jungen Union, Katrin Albsteiger. Lanzinger kandidiert nun auf Platz 31.

Der kleine Unterschied kann je nach Wahlausgang entscheidend für den Einzug in den Bundestag sein. Bei der Bundestagswahl 2009, als die CSU mit 42,5 Prozent der Stimmen ihr historisch schlechtestes Ergebnis einfuhr, schaffte niemand über die Liste den Sprung nach Berlin.

"Sehr guter Platz"

Lanzinger meinte zu der Abstimmungsniederlage gegenüber unserer Zeitung: "Da bin ich ehrlich: Ich wäre natürlich lieber der erste reine Listenkandidat gewesen, aber das war ein fairer Wettstreit und 31 ist auch noch ein sehr guter Platz." Die ersten 29 Listenplätze sind nach der Delegiertenversammlung am Samstag in München ausschließlich mit CSU-Bewerbern besetzt, die sich in einem der 44 bayerischen Wahlkreise um ein Direktmandat bemühen.

Müller "sehr zufrieden"

Sollten diese - wie zuletzt fast immer - von der CSU gewonnen werden, wäre Platz 30 die erste Position, die auf der Liste für den Einzug in den Bundestag reichen könnte. Dazu müsste die CSU aber voraussichtlich ein Ergebnis von deutlich über 45 Prozent schaffen. Die genaue Stimmenzahl lässt sich schwer vorhersagen, da nach einer Wahlrechtsänderung die Verteilung der Überhangmandate neu geregelt wurde.
Wahlrechtsexperten gehen davon aus, dass diese die Chance von CSU-Listenkandidaten eher vergrößert. Die Oberpfälzer CSU-Bezirksvorsitzende Emilia Müller zeigte sich trotz der Abstimmungsniederlage Lanzingers "sehr zufrieden". Man müsse das Votum der Delegierten respektieren, sagte sie. Allerdings sei auch der zweite "Nettoplatz" nach den Direktkandidaten auf der Liste eine "hervorragende Ausgangsposition" für Lanzinger. Eine kleine Chance auf ein Bundestagsmandat darf sich auch noch der Weidener Reiner Meier ausrechnen. Den Büroleiter von Ministerpräsident Horst Seehofer, der als Kandidat des CSU-Arbeitnehmerflügels CSA angetreten war, reihten die Delegierten auf Platz 36 ein. Die Regensburgerin Astrid Freudenstein kam zudem auf Platz 38.

Mit 98,7 Prozent

Als Spitzenkandidatin führt die Berliner CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt die Landesliste an. Sie erhielt 98,7 Prozent der gültigen Stimmen. Ihr folgen die Bundesminister Hans-Peter Friedrich und Peter Ramsauer. Hasselfeldt sprach sich für eine Fortsetzung der schwarz-gelben Koalition nach der Bundestagswahl aus. "Millionen Menschen haben in unserer Regierungszeit wieder einen Arbeitsplatz bekommen", sagte sie.

Der SPD mit ihrem Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück und seiner "Unterm Strich zähl ich"-Mentalität dürfe man das Land nicht anvertrauen, sagte Hasselfeldt. CSU-Chef Horst Seehofer meinte, so weit werde es auch nicht kommen, da es weder in Bayern noch im Bund eine Wechselstimmung gebe.
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