08.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Amberger schwimmt durch den Belt Von Dänemark nach Fehmarn

Christian Hartmann-Herrmann (Mitte) mit seinen "weltbesten Betreuern": Sohn Vincent und dessen Freundin Jenny Schmid. Bild: privat
von Redaktion OnetzProfil

Amberg. (upl) Christian Hartmann-Herrmann hat seinen Traum wahr gemacht: Der 48-jährige Amberger hat den 21,5 Kilometer breiten Fehmarn-Belt durchschwommen. Vor ihm durchkämmten die Meerenge zwischen Dänemark und Deutschland nur 18 Menschen. Mit einer Zeit von 6 Stunden und 19 Minuten steht der Oberpfälzer auf Platz 6 der Bestenliste.

Ob der Wert offiziell anerkannt wird, steht noch nicht fest. Die Organisation, die die Rangliste verwaltet, ziert sich. Denn das Boot, das Christian Hartmann-Herrmann begleitete, war nicht, wie vorgeschrieben, mit Funk und Radar ausgerüstet. "Mir ist das aber egal", sagt der 48-Jährige, der bei einer Software-Firma in Amberg arbeitet. "Mir ist das persönliche Erlebnis wichtig."

Zweimal gestoppt

Der Langstreckenschwimmer hatte bereits zwei Versuche unternommen, den Belt zu durchqueren. 2009 stoppte ihn ein Algenteppich nur vier Kilometer vor den dänischen Küste. 2010 verhinderten hoher Seegang und eisige Temperaturen das Unterfangen. "Wenn es heuer wieder nicht geklappt hätte, hätte ich es aufgegeben", erzählt Hartmann-Herrmann. Es hat geklappt - dank seiner Kondition und Ausdauer und aufgrund der Unterstützung seines Betreuerteams.

Mario Neumann, ein befreundeter Fischer und Bootsführer von der Insel Fehmarn, suchte den idealen Tag für die Belt-Querung aus. Als Hartmann-Herrmann in der Nähe des dänischen Städtchens Rödby in die 19 Grad warmen Fluten der Ostsee stieg, herrschte strahlender Sonnenschein. Sohn Vincent und dessen Freundin Jenny Schmid saßen im Begleitboot, außerdem Sandra Kurt als neutrale Beobachterin.

Gemeinsam mit seiner Crew hatte der Extremsportler vereinbart, alle 60 Minuten zu pausieren. "Da wurden mir dann mit dem Kescher Getränke und Power-Riegel gereicht." Bei den Pausen steht der Schwimmer quasi im Wasser. Wichtig ist, dass er das Begleitboot nicht berührt. Später reduzierte das Team die Pausen auf 45 und 30 Minuten.

Quallenplage

Als ob die Strecke von 21,5 Kilometern nicht lang genug gewesen wäre, durfte der Amberger mitten im Kieler Ostseeweg auch noch Ehrenrunden drehen. "Wir mussten natürlich den großen Schiffen Vorfahrt lassen. So ein Tanker hält wegen eines Langstreckenschwimmers nicht einfach an." Schon ziemlich müde, einer zunehmenden Quallenplage ausgesetzt, startete der 48-Jährige seinen Turbo: "Zwei Kilometer vor der deutschen Küste entschied sich mein Sohn Vincent, die letzte Etappe mitzuschwimmen. Da brauchte ich keine Pause mehr. Wir sind dann quasi Richtung Puttgarden geflogen."

Auf den Erfolg stieß Hartmann-Herrmann nicht nur auf Fehmarn an, sondern auch daheim in der Oberpfalz. Seine Arbeitskollegen begrüßten den Helden vom Belt mit einer selbst gebackenen Torte. Und kaum Zuhause angekommen, schmiedet er schon wieder neue Pläne: Die 32 Kilometer lange Durchquerung des Ärmelkanals. "Wenn ich mich motivieren kann, packe ich das auch noch an", sagt er und liefert die Motivation gleich mit: "Das wäre dann das Triple." Denn die Meerenge von Gibraltar (19 Kilometer) hat der Amberger bereits im Sommer 2008 absolviert.

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