Angebliche Panne vor Neonazi-Ermittlungen
Hinweise überblättert?

Vor der Aufdeckung des Netzwerks von inhaftierten Rechtsextremisten hat es Medienberichten zufolge eine Panne im hessischen Verfassungsschutz gegeben. Die Behörde in Wiesbaden habe eine verdächtige Werbeanzeige für die Organisation "AD Jail Crew" übersehen, obwohl sie die betreffende Motorradfahrerzeitschrift abonniert habe, berichteten die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" und das Nachrichtenmagazin "Focus" mit Bezug auf Sicherheitskreise.

Der Kopf der Gruppe hatte im Oktober 2012 eine Annonce in der Zeitschrift veröffentlicht. Der Neonazi wollte die Organisation aus der Justizvollzugsanstalt Hünfeld in Hessen heraus aufbauen. Die Anzeige enthielt neben Tarncodes der Neonazi-Szene auch den Geburtstag Hitlers als Gründungsdatum.

Nach dpa-Informationen liest im Verfassungsschutz die Abteilung Organisierte Kriminalität, die sich auch mit Rockerklubs beschäftigt, das Magazin. Inhaftierte Rocker schalten darin Anzeigen. Ein hoher Beamter aus Hessen räumte dem "Focus" zufolge ein: "Da hätte man besser sein können." Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) nannte die Aufdeckung des Netzwerks unterdessen einen Erfolg. "Bei uns gibt es in Vollzugsanstalten keine rechte Brutstätte."
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