Arbeitgeber bieten 2,3 Prozent
Mehr Geld im Metall-Tarifstreit

Bild: dpa
Das wird der IG Metall nicht reichen: Ein Lohnplus von 2,3 Prozent bieten die Metall-Arbeitgeber - bei zwei Null-Monaten und längerer Laufzeit. Von der Gewerkschaftsforderung nach 5,5 Prozent mehr ist das weit entfernt - die Zeichen stehen auf Warnstreiks.

München/Ludwigsburg. (dpa) Die Zeichen im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie stehen auf Warnstreiks. Die Arbeitgeber bieten eine Entgelterhöhung von 2,3 Prozent nach zwei Nullmonaten an. Die Gesamtlaufzeit soll laut dem Vorschlag bei 13 Monaten liegen, wie die bayerischen Metallarbeitgeber am Freitag mitteilten. Die IG Metall fordert hingegen ein Plus von 5,5 Prozent bei 12 Monaten Laufzeit. Nach Rechnung der Gewerkschaft entspricht das Angebot der Arbeitgeber wegen der längeren Laufzeit und der beiden Monate ohne Erhöhung einem «echten» Plus von nur 1,9 Prozent.

Die Arbeitgeber verteidigen ihr Angebot. «Es bedeutet einen deutlichen Reallohnzuwachs und sichert Beschäftigung», sagte die Verhandlungsführerin der Arbeitgeber in Bayern, Angelique Renkhoff-Mücke. Die Branche sehe sich roßen Risiken und Unsicherheiten gegenüber. «Vor diesem Hintergrund legen wir ein vernünftiges und faires Angebot vor.» Arbeitgeber und Gewerkschaft starteten am Freitagmittag in die zweite Runde der Verhandlungen für die 770.000 Beschäftigten der Branche im Freistaat.

In Baden-Württemberg sollten die Gespräche am Nachmittag in Ludwigsburg starten. Auf Demos kurz vor dem Start der Gespräch machten allein in München mehr als 4000 Metaller lautstark auf ihre Forderung aufmerksam. Das Angebot dürfte die IG Metall kaum zufriedenstellen. Die Forderung der Gewerkschaft hatten die Arbeitgeber bereits als zu hoch abgelehnt.

Bayerns IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler drohte auf einer Kundgebung vor den Verhandlungen erneut mit Warnstreiks. «Wir beginnen nun mit den Vorbereitungen.» Die Friedenspflicht endet am 30. April, erste Aktionen könnte es dann bereits am 2. Mai geben. Auch 2012 hatte die Gewerkschaft zu diesem Termin mit Warnstreiks begonnen. Damals hatten sich Arbeitgeber und Gewerkschaft im traditionellen Pilot-Tarifbezirk Baden-Württemberg auf eine Lohnerhöhung von 4,3 Prozent verständigt.

Der Abschluss war von der gesamten Branche mit 3,7 Millionen Beschäftigten übernommen worden. Offen ist die Frage, welchem der beiden Tarifbezirke in diesem Jahr die Rolle Pilotbezirks zufallen wird. «Wir in Bayern sind grundsätzlich dazu bereit», sagte Renkhoff-Mücke. Es wäre das erste Mal seit 1995, dass Bayern diese Aufgabe übernimmt. Entscheiden wird sich diese Frage aber wohl erst in den kommenden Wochen. Eine dritte Verhandlungsrunde dürfte es vor dem 2. Mai wohl weder in Bayern noch in Baden-Württemberg geben.
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