16.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Arbeitsrechtliche Besonderheiten zum Schutz von Minderjährigen Jugendliche Arbeitnehmer und Auszubildende

von Redaktion OnetzProfil

Bei der Beschäftigung von Kindern und Jugendlichen gelten zum Schutz der Minderjährigen zahlreiche Besonderheiten, von denen im Folgenden eine kleine Auswahl vorgestellt werden soll. Minderjährige haben beispielsweise mehr Urlaub als Volljährige, dürfen nur leichtere Arbeiten übernehmen und müssen vor Gefahren besonders geschützt werden.

Wer noch nicht 15 Jahre alt ist, gilt als Kind im Sinne des Jugendarbeitsschutzgesetzes und darf grundsätzlich nicht beschäftigt werden. Es gibt jedoch Ausnahmen von diesem Verbot. Beispiele sind die Beschäftigung zu Therapiezwecken, bei einem Praktikum oder nach richterlicher Weisung sowie leichte Beschäftigungen ab 14 Jahren. Eine Ausnahme gilt auch für Minderjährige, die der Vollzeitschulpflicht nicht mehr unterliegen. Neben weiteren Ausnahmen fallen übrigens geringfügige gelegentliche Hilfeleistungen aus Gefälligkeit oder die Beschäftigung im eigenen Familienhaushalt oder Einrichtungen der Jugendhilfe nicht unter das Beschäftigungsverbot.

Jugendliche (grundsätzlich im Alter von 15 bis einschließlich 17 Jahren; wer allerdings noch der Vollzeitschulpflicht unterliegt, für den gelten die Regelungen für Kinder) dürfen in der Regel nicht mehr als 8 Stunden täglich und 40 Stunden wöchentlich beschäftigt werden. Ausnahmen gelten z.B. in der Landwirtschaft oder wenn an einzelnen Wochentage weniger als 8 Stunden gearbeitet wird. Längere Arbeitszeiten können ferner auch in Tarifverträgen geregelt werden.

Die Arbeitszeit darf grundsätzlich nicht vor 6 Uhr beginnen und nicht nach 20 Uhr enden. Ausnahmen gelten z.B. in der Krankenpflege, in Bäckereien oder der Gastronomie. Dort dürfen Jugendliche über 16 Jahren teilweise auch zu anderen Tageszeiten beschäftigt werden.

Gesetzliche Vorgaben zur Ausbildung finden sich vor allem im Berufsbildungsgesetz. Ein Ausbildungsvertrag kann - genau wie ein Arbeitsverhältnis - auch mündlich geschlossen werden. Um einen Ausbildungsvertrag abzuschließen, bedarf ein/e Minderjährige/r grundsätzlich der Einwilligung seiner gesetzlichen Vertreter zu dem jeweiligen Ausbildungsvertrag. Ob es Ausnahmen hierzu gibt, ist umstritten. Es gibt unterschiedliche gerichtliche Entscheidungen hierzu.

Da aber eine schriftliche Niederschrift über den geschlossenen Ausbildungsvertrag vor Beginn der Ausbildung anzufertigen ist und diese Niederschrift auch von den gesetzlichen Vertretern unterzeichnet werden muss, wird jedoch spätestens damit die Einwilligung der gesetzlichen Vertreter in der Regel vorliegen.

Der Ausbildungsbetrieb hat Auszubildende für den Berufsschulunterricht und die Prüfungen freizustellen. Wie viel Mindesturlaub zu gewähren ist, hängt vom Alter des Jugendlichen zu Beginn des jeweiligen Kalenderjahres ab.

Die Beendigung des Ausbildungsverhältnisses durch den Ausbildenden ist grundsätzlich nur in der Probezeit möglich, während dieser sogar ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist. Nach der Probezeit kann das Ausbildungsverhältnis nur bei Vorliegen eines wichtigen Kündigungsgrundes vorzeitig beendet werden, d.h. insbesondere dann, wenn das Ausbildungsziel erheblich gefährdet ist und die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses unzumutbar ist. Der Auszubildende aber kann auch nach der Probezeit kündigen, wenn er die Ausbildung aufgeben möchte.

Die erwähnten Regelungen sind nur eine Auswahl der vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Besonderheiten. Wer also Jugendliche beschäftigen möchte, muss sich vorher gut informieren, unter welchen Bedingungen dies möglich ist.

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