03.09.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Atomarbeiter verklagen Fukushima-Betreiber Tepco Helden um ihren Lohn gebracht

Sie sind die Helden von Fukushima: die Arbeiter in der radioaktiv verseuchten Atomruine. Wegen Unterschlagung ihrer Gefahrenzulagen ziehen erstmals Arbeiter gegen die Verantwortlichen vor Gericht. Die vier Kläger, von denen zwei derzeit weiter in der Atomanlage im Auftrag eines Subunternehmers beschäftigt sind, fordern rund 90 Millionen Yen (rund 657 000 Euro).

Die Arbeiter, die hier eine Eis-Wand bauen, um hochgiftiges Wasser einzufrieren, sind auch dreieinhalb Jahre nach der Katastrophe weiter täglich im Einsatz. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Das berichtete die Zeitung "Fukushima Minyu" am Dienstag. Sie wollen nach Angaben ihres Anwaltes mit der Klage, die heute am Bezirksgericht eingereicht werden soll, auf die Ausbeutung von Arbeitern und ihre Arbeitsbedingungen in der Atomruine aufmerksam machen. Das Kraftwerk war am 11. März 2011 durch ein Erdbeben und einen Tsunami verwüstet worden. Es kam zu Kernschmelzen.

Akute Lebensgefahr

Seither sind weiter täglich Arbeiterkolonnen auf dem noch immer lebensgefährlich verstrahlten Kraftwerksgelände im Einsatz, um unter anderem Trümmer zu räumen und die beschädigten Reaktoren mit Wasser zu kühlen. Beschäftigt sind sie bei Subunternehmen. Auch die Kläger im Alter zwischen 34 und 65 Jahren sind oder waren seit Mai 2011 auf dem Gelände im Einsatz, um Trümmer um den Reaktorblock 3 herum zu beseitigen und Tanks mit hochgradig verseuchtem Kühlwasser zu bewachen. Sie seien mündlich über Gefahrenzulagen informiert worden. Doch nur einer von ihnen habe eine kleine Summe erhalten, den drei Anderen sei das Geld komplett unterschlagen worden, berichtete ein Anwalt der Arbeiter.

Der Betreiberkonzern Tepco sei verpflichtet, dafür zu sorgen, dass die Subunternehmen die Gefahrenzulagen vollständig auszahlten, so der Anwalt Tsuguo Hirota. Dieser Pflicht sei Tepco nicht nachgekommen. Die Arbeiter würden von den Subunternehmen regelrecht ausgebeutet. Bei der Rekrutierung habe auch die Yakuza, Japans Mafia, ihre Finger mit im Spiel. Ein Sprecher von Tepco in Tokio wollte sich zur anstehenden Klage nicht näher äußern.

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