16.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Auch nach dem Freispruch von Regensburg nennt er den Vorwurf der Körperverletzung ... Gustl Mollath will weiterhin aufstehen

von Autor HOUProfil

Er will den Rechtsweg weiter beschreiten. "Ich habe meine damalige Frau weder geschlagen noch gewürgt", sagte Gustl Mollath nach der Urteilsverkündung in Regensburg in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Dass nach einem Freispruch das Rechtsmittel einer Revision zum Bundesgerichtshof (BGH) nicht zugelassen ist, mochte er nicht glauben. "Man hat mir gesagt, dass es da schon Wege gibt." Massenandrang der Reporter. Mollath sprach mit jedem. "Früher war ich mutterseelenallein", ließ er anklingen. Heute sehe er sich und seine Anliegen, dank Medienunterstützung, in den Fokus gerückt.

Zufrieden mit der Entscheidung? "Natürlich nicht." Wie soll es nun weitergehen? "Mit einem neuen Rechtsanwalt dieses Urteil zurechtrücken." Denn die von der Strafkammer für erwiesen gehaltenen Körperverletzungs-Vorwürfe, begangen an seiner Ex-Frau, "sind schlichtweg falsch". Wenn nun, so Mollath, die Regensburger Strafkammer zu der Auffassung gelangt sei, Wahnvorstellungen könnten womöglich schon vorhanden gewesen sein, zum heutigen Zeitpunkt aber nicht nachgewiesen werden, dann frage er sich: "Wo ist der Wahn geblieben?" Und er fügte hinzu: "Merken Sie etwas davon?" Glaubt er noch immer an eine Verschwörungstheorie, angezettelt von Ex-Ehefrau Petra? "Ja." Mit seinem Anwalt Gerhard Strate aus Hamburg kann Mollath nicht mehr rechnen. Nach dem Urteil traten beide getrennt voneinander auf. Sie hatten sich während des Prozesses immer mehr voneinander entfernt. So weit, dass der Anwalt die Bemerkung fallen ließ: "Ich will hier vor dem Gerichtsgebäude nicht mehr mit ihm zusammenstehen." Auf Befragen unserer Zeitung ließ Strate wissen: "Wir wissen jetzt, dass die Entscheidung von Nürnberg ein Unrechtsurteil war." Der renommierte Jurist will jetzt noch alle Aufgaben als Pflichtverteidiger abwickeln und sich dann zurückziehen. Sein mögliches Angehen gegen eine nicht statthafte Revision müsse Gustl Mollath dann mit einem anderen Beistand in die Tat umsetzen. "Mit mir nicht." Mollath hat seinen Humor nicht verloren. Frage: "Warum sind Sie immer schon lange bevor das Gericht eintrat von Ihrem Platz aufgestanden?" Antwort: "Ich bin lange genug gesessen."

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