26.06.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Auf Ebners Waldhofalm "reifen" die Golfanfänger - Ohne Hektik schwingen und putten Das Dreieck am Fuschlsee

"Das Dreieck ist wichtig", sagt Monica. Das Dreieck? "Ja, das Dreieck zwischen Schultern, Armen und Händen." Also wird der Körper in solch eine Position gebracht - oder es wird zumindest versucht. Die Triangel-Form ist ja auch ein bisschen ungewohnt. Doch für Golfer und solche, die's werden wollen, ist sie das A und O.

von Josef Maier Kontakt Profil

Monica Moraldo lässt nicht locker: "Das Dreieck, das Dreieck." Die junge Italienerin ist Golflehrerin auf der Waldhofalm, quasi im Dreieck zwischen der Steilwand des Frauenkopfs, dem Ort Fuschl und dem gleichnamigen See. Dort oben hat Herbert Ebner eine kleine, aber feine Golfanlage geschaffen, die vor allem Anfängern das Spiel mit dem kleinen weißen Ball näher bringen soll. Vor acht Jahren kam dem Eigentümer des großen Waldhofhotels bei einem Urlaub in Portugal die Idee, vor sechs Jahren hat der Hotelier, dessen Frau aus Nürnberg stammt, begonnen, das Vorhaben zu realisieren. "Im vergangenen Jahr wurde dann der Platz abgenommen", erzählt er. Seitdem ist die Anlage eine offizielle Außenstelle des Golfzentrums von Franz Laimer (mehrmaliger österreichischer Meister) in Bad Ischl. "Für Beginnende ist die Anlage optimal", sagt Ebner. Drei Bahnen warten auf die Anfänger, ideal in die Hügellandschaft eingebettet. Die unterschiedlichen Abschlagflächen sorgen für genügend Variationsmöglichkeiten.

Nicht ohne Lehrer

In der überschaubaren Anlage sieht Golflehrerin Monica die Vorteile: "Es ist sehr still und ruhig hier, die idealen Voraussetzungen." So kommen auch ihre Anweisungen klar an. Denn: "Ohne Golflehrer sollten es Anfänger nicht versuchen." Zu viel werde da kaputt gemacht. "Die Leute sind doch sehr verkrampft, das ist aber ganz normal." Mit Üben, Üben auf der Driving Range hält sie die Teilnehmer des Platzreifekurses (maximal fünf Personen) in Schwung. Die Griffposition des Schlägers korrigiert sie x-Mal. "Schließlich werden da die meisten Fehler gemacht." Trotzdem: Der rechte Unterarm schmerzt leicht von den vielen Schwüngen, auch die Schultern sind solche Belastungen nicht gewohnt. "Das vergeht wieder", beruhigt Monica und gibt den Tipp an oft übermütige Anfänger: "Viele Bälle zu schlagen, ist nicht gut, wenig gute Bälle zu schlagen, ist viel besser."

Natürlich dürfen die Anfänger jeden Tag raus auf die Runde, Geübtes in der Praxis testen. Schwingen, chippen, putten. Situationen im Sandbunker lösen oder, noch schwieriger, wie kommt man an Wasserstellen vorbei? Wahrlich nicht leicht. "Der ist weg", sagt Monica nicht nur einmal. Aus den Teichen schimmern einige Bälle.

In kniffligen Situationen braucht's nicht nur einen guten Schlag, sondern auch theoretisches Wissen. Monica ist ein wandelndes Regelbuch, in dem jede Menge an Etikette enthalten ist.

Eine kleine Theorieprüfung am Ende der fünf Tage (je drei Stunden Golf) schließt den Platzreifekurs ab. Monica ist zufrieden. Auch mit dem Dreieck? "Auch mit dem Dreieck", sagt sie.

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