02.05.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Babyleiche am Donau-Ufer: Mordprozess vor dem Regensburger Landgericht gestartet Angeklagte Mutter hüllt sich in Schweigen

von Autor AHSProfil

Ist die damals 18-jährige Metzgereiverkäuferin Manuela P. (Name geändert) aus Saal an der Donau für den gewaltsamen Tod ihres Babys im Februar letzten Jahres verantwortlich? Dieser Frage geht die Große Jugendkammer des Landgerichts Regensburg als Schwurgerichtskammer seit Mittwoch nach.

Über ihren Verteidiger Michael Haizmann ließ sie am ersten Verhandlungstag erklären, dass sie "derzeit keine Angaben" machen wird. Während des Ermittlungsverfahrens hatte sie stets bestritten, etwas mit dem Tod des Buben zu tun zu haben. Fast auf den Tag genau ein Jahr ist es her, dass ein Spaziergänger im Bereich des Sportboothafens an der Donau einen blau-weiß-geblümten Korb entdeckte. In ihm lag unter einem grün-weiß-karierten Halstuch versteckt die Leiche eines Säuglings. Die Obduktion ergab, dass der Bub etwa eine halbe Stunde gelebt hat, bevor er erstickte und ihm mit einem Teppichmesser die Halsvene und Luftröhre durchtrennt wurde, woran er verblutete.

Verbleib ungeklärt

Nach den Ermittlungen kamen zunächst mehrere Frauen als Kindsmutter in Betracht. Zwei Wochen nach Entdeckung der Leiche standen die Beamten auch bei der Angeklagten vor der Türe. Ein DNA-Abgleich ergab schließlich, dass der Buben ihr Kind war. Die Angeklagte soll ihre Schwangerschaft verheimlicht und das Kind in den frühen Morgenstunden Anfang Februar vergangenen Jahres alleine im Haus ihrer Eltern zur Welt gebracht. Was mit dem Leichnam des Säuglings seit der Tötung bis zum Auffinden der Leiche zwei Monate später geschah, ist bis heute nicht geklärt. Als wäre das grausame Geschehen nicht tragisch genug: An dem Tag, an dem die Angeklagte zum ersten Mal mit dem Tatverdacht konfrontiert wurde, beging deren Mutter Suizid. Da sie keinen Abschiedsbrief hinterließ, kann über einen Zusammenhang nur spekuliert werden. Nach Auskunft des Pressesprechers der Staatsanwaltschaft, Dr. Wolfhard Meindl, geht die Anklage davon aus, dass es sich um keine Verzweiflungstat gehandelt hat. Vielmehr wollte die Angeklagte ein von einem Kind unbelastetes Leben führen. Deshalb lautet die Anklage auch auf "Mord".

Nicht öffentlich

Der Prozess wird am Dienstag, 6. Mai, fortgesetzt. Insgesamt hat die Jugendkammer zunächst 16 Verhandlungstage angesetzt, die teilweise unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

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