21.05.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Babymord-Prozess: Zeugen zeichnen negatives Bild von der Angeklagten - Urteil bereits im Juni Schnell mit jungen Burschen angebandelt

von Autor AHSProfil

Das Urteil gegen die wegen Mordes angeklagte 20-Jährige aus Saal an der Donau wird voraussichtlich einen Monat früher als ursprünglich geplant fallen. Dies kündigte der Vorsitzende der Großen Jugendstrafkammer des Landgerichts Regensburg, Richter Carl Pfeiffer, am gestrigen vierten Verhandlungstag an. Danach werden die Plädoyers bereits am 3. Juni gehalten. Vorher werden noch die beiden vom Gericht bestellten Sachverständigen gehört. Am Montag mussten Zeugen über ihre Begegnungen mit der Angeklagten aussagen.

Eindeutig schwanger

Einer Arbeitskollegin war aufgefallen, dass die Angeklagte wohl schwanger ist. Doch diese tat es einfach mit "da is nix, des geht bald wieder weg" ab. Dann wiederum begründete sie ihre äußerlichen Veränderungen mit einer Eierstockentzündung. Die habe sie ihr aber nicht abgenommen, für sie war das eindeutig ein Babybauch. Als sie plötzlich wieder schlanker war hatte sie behauptet, dass sie eine Diät gemacht habe. Aber auch das habe sie ihr nicht geglaubt. Einen Zusammenhang mit dem Tod des Babys habe sie erst hergestellt, als die Polizei im Supermarkt auftauchte.

Junge Burschen aus ihrem Umfeld zeichnete nicht gerade ein positives Bild von der Angeklagten. Danach hatte sie schnell mit ihnen angebandelt, sie aber ebenso schnell wieder fallen lassen. Dazwischen sei es mehrfach zu ungeschützten intimen Kontakten gekommen. Als einer der Jungen von ihnen in der Zeitung von dem Babyfund las, ging er zur Polizei, um sicher zu gehen, dass er als Vater nicht in Frage komme. Ein DNA-Test brachte die Gewissheit. Dem Burschen hatte die Angeklagte auch davon erzählt, dass sie schon einmal schwanger gewesen sei, aber das Kind verloren habe. Auch habe er an ihren Oberschenkeln und am Oberarm viele vernarbte Schnittverletzungen gesehen, die sie sich selbst beigebracht hätte.

Aufgeschlossener Mensch

Ein 23-jähriger Zeuge behauptete gar, die Angeklagte sei "mit dem halben Landkreis" im Bett gewesen und nannte dabei auch einige Namen. Ein weiterer Zeuge und früherer Schulfreund schilderte die Angeklagte als fröhlich und aufgeschlossen. In den sechs Monaten, in denen sie mit seinem Bruder zusammen war, habe sie im Herbst 2012 einmal davon erzählt, schwanger zu sein. Ein Kumpel von ihm wollte daraufhin sofort die Vaterrolle übernehmen und sei mit ihr Babysachen einkaufen gegangen. Etwa zwei Tage später habe sie es wieder dementiert. Er habe das damals als Spinnerei angesehen. Zumal sie bei anderen Gelegenheiten erzählte, dass sie sich weiterbilden und vielleicht sogar studieren möchte.

Auch so habe man ihr nicht viel glauben können. Er habe erlebt, dass die Angeklagte des Öfteren einen heftigen Streit mit ihrer Mutter hatte und dann abgehauen sei, um sich eine Auszeit zu nehmen. Alle ihre "Bekanntschaften" hatten eines gemeinsam: Die Jungs hatten massive Alkoholprobleme, während sie selbst in diesem Punkt zurückhaltend war.

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