31.03.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Bankräuber in Amberg gestellt und festgenommen Spektakuläre Flucht vor der Polizei

Nur bis nach Amberg kam heute ein bewaffneter Bankräuber, der zuvor eine Sparkasse in Nürnberg überfallen hatte. Polizisten aus Nürnberg, Schwabach und Amberg sowie ein Helicopter der Polizeihubschrauberstaffel arbeiteten eng zusammen und nahmen den Räuber nach knapp einer Dreiviertelstunde Verfolgungsjagd fest.

Die Flucht des Bankräubers endete in Amberg. Polizisten stellten den 31-Jährigen. Bild: Alexander Unger
von Redaktion OnetzProfil

Der bewaffnete Bankräuber betrat die Filiale der Sparkasse Nürnberg in der Bucher Straße um 11.48 Uhr und öffnete an der Kasse seine mitgeführte schwarze Reisetasche. Darin lag eine Pistole. Er zeigte diese der Kassiererin und forderte "alles Geld". Mit einer Beute von 4.300 Euro flüchtete er. Bankangestellte beobachteten, wie der Räuber in einen dunklen Audi A 6 mit Schwandorfer Kennzeichen stieg, der um die Ecke geparkt war.

Nach Alarmierung der Polizei wurde sofort eine Großfahndung ausgelöst. Eine Streife der Verkehrspolizei Feucht erkannte den Fluchtwagen auf der A 3 beim Autobahnkreuz Altdorf. Sie hefteten sich an den Wagen. Die Flucht führte dann weiter auf der A 6 Richtung Amberg. Der Polizeihubschrauber Edelweiß 7, der in den Einsatz eingebunden war, koordinierte die Verfolgung aus der Luft mit ständigen Standortmeldungen.

In halsbrecherischer Fahrt mit über 200 km/h überholte der Audi-Fahrer zum Teil auf dem Standstreifen die Wagenkolonnen, und sogar einen Parkplatz nutzte er zum Überholvorgang. Vor der Anschlussstelle Amberg-West (Ursensollen) durchbrach er eine eingerichtete Polizeisperre. Ein Beamter konnte sich nur durch einen Sprung zur Seite retten. Der Flüchtende verließ mit seinem Audi an der Abfahrt bei Ursensollen die Autobahn und raste auf der Bundesstraße 299 in Richtung Amberg.

Fahrbahn blockiert

Mittlerweile waren in die Fahndung mehrere Streifenfahrzeuge der Amberger Polizei eingeschaltet. Darunter auch zwei Streifenbeamte der Verkehrspolizei, die an der Erzbergbrücke einen Verkehrsunfall aufgenommen hatten. Als die Durchsage über Funk kam, dass das Fluchtfahrzeug sich ihrem Standort näherte, errichteten die Beamten etwa 150 m vor der Erzbergbrücke eine Straßensperre. Sie blockierten mit einem Lastzug und ihrem Streifenfahrzeug die Fahrbahn.

Bereits wenige Sekunden später tauchte der gesuchte Audi auf der Überholspur auf. Der Flüchtende benutzte, nachdem der rechte Fahrstreifen durch rückstauende Fahrzeuge belegt war, die Überholspur. Als er sich der Fahrzeugblockade näherte, erkannte er seine ausweglose Situation und stoppte seinen Wagen. Zeitgleich riss er beide Hände nach oben. Er befolgte sofort die Anweisungen der beiden Verkehrspolizisten, stieg aus seinem Audi A 6, legte sich bäuchlings auf die Fahrbahn und ließ sich widerstandslos fesseln.

Er wurde anschließend zur Kripo nach Amberg gebracht. Gleiches geschah mit seinem Audi A 6. Auch das geraubte Bargeld und seine Pistole wurden sichergestellt. Der Festgenommene wurde den sachbearbeitenden Kollegen der Kripo Nürnberg überstellt. Der Audi wird derzeit durch die Spurensicherung der Amberger Kripo untersucht.

Der Tatverdächtige ist ein 31-Jähriger aus Nordrhein-Westfalen. Bei der verwendeten Waffe handelt es sich um eine Schreckschusswaffe mit PTB-Zeichen, die täuschend einer echten Waffe gleicht. Die am Pkw angebrachten amtlichen Kennzeichen stammen aus einem Diebstahl vom vergangenen Dienstag.

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