Bayerische Landessynode: Bedford-Strohm sieht nach Papstwahl Hoffnung für Ökumene
Die Zuversicht überwiegt

Der evangelische bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm sieht nach der Wahl von Papst Franziskus "Zeichen der Hoffnung" für ein besseres Miteinander von Katholiken und Protestanten.

Er wage zwar nicht von einem gemeinsamen Abendmahl beider Konfessionen zu träumen. "Aber ich sehe die Wahl von Kardinal Bergoglio zum Papst, die Wahl seines Papstnamens und die ersten Zeichen der Veränderung im Vatikan doch als Zeichen der Hoffnung auch für die Ökumene", sagte Bedford-Strohm zum Auftakt der Frühjahrssynode am Montag in Nürnberg.

Richtung stimmt

"Die Akzente, die der neue Papst zuallererst gesetzt hat, deuten in eine Richtung, die die Distanz zu zentralen evangelischen Anliegen verringert", unterstrich der führende bayerische Protestant. Papst Franziskus sei anscheinend stärker bereit zuzuhören. "Das könnte darauf hindeuten, dass das kirchliche Lehramt in Zukunft stärker als bisher als Ergebnis eines kommunikativen Prozesses des Volkes Gottes insgesamt verstanden werden wird", sagte Bedford-Strohm. "Aber das sind vorerst nur ökumenische Hoffnungen." Die herzliche Begegnung zwischen dem EKD-Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider und dem Papst in der vergangenen Woche könne durchaus als Indiz gesehen werden. Menschliche Nähe auf den kirchlichen Leitungsebenen könne zu einem wichtigen Motor für die Ökumene werden. Denn viele Menschen in den Gemeinden vor Ort machten die Erfahrung, dass die gemeinsame Christuserfahrung im Gottesdienst mehr verbinde, als theologische Unterschiede sie trenne.
Im politischen Teil seiner Rede warnte der Landesbischof davor, die Rebellen in Syrien mit Waffen zu versorgen. "Mehr Waffen beenden den Konflikt nicht, sondern sie feuern ihn häufig noch an. Wer beobachtet, wie unterschiedlich die Motive der Rebellen in Syrien sind, der merkt, wie schnell weitere Waffenlieferungen vom Regen in die Traufe führen", mahnte Bedford-Strohm. Wenn solche Waffen jetzt aus Deutschland geliefert würden, dann dürfe sich niemand wundern, wenn islamistische Gruppen später mit Waffen die Macht übernähmen, auf denen "Made in Germany" stehe. Statt Waffen zu liefern, sollte Deutschland zu einer besseren Versorgung der syrischen Flüchtlingen beitragen.

Das 108-köpfige Kirchenparlament befasst sich noch bis Donnerstag unter anderem mit der künftigen Gestaltung des Sonntags-Gottesdienstes, der Pflege und der Forderung nach einem Mindestlohn.
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