Bayern-Präsident zeigt sich reumütig: "Ich will reinen Tisch machen"
Haftbefehl gegen Hoeneß: Nur auf Kaution frei

Die Steueraffäre um Bayern-Präsident Uli Hoeneß wird immer brisanter. Der Aufsichtsratschef des deutschen Fußball-Rekordmeisters ist laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwoch) im März vorläufig festgenommen worden. Gegen Hoeneß lag nach "SZ"-Informationen ein Haftbefehl vor, der gegen Kaution außer Vollzug gesetzt wurde.

Dies wurde aus Justizkreisen bestätigt. Der 61-Jährige hat laut "SZ" eine Kaution in Millionenhöhe hinterlegt. Nach einer Selbstanzeige im Januar hatte die Staatsanwaltschaft München II Ermittlungen gegen Hoeneß wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung aufgenommen.

Hoeneß' Anwalt war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen, auch vom FC Bayern gab es keinen Kommentar. Hoeneß bemüht sich um Schadensbegrenzung. "Ich habe erkannt, dass ich einen schweren Fehler gemacht habe, den ich versuche, mit der Selbstanzeige zumindest halbwegs wiedergutzumachen", betonte der Unternehmer in der "Sport Bild". Und weiter: "Ich will reinen Tisch machen. Das Gesetz bietet ja diese Möglichkeit." Negative Folgen für den deutschen Fußball befürchtet unterdessen der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger. "Da werden wir nun einige Häme zu spüren bekommen", sagte Zwanziger.

Franz Beckenbauer dagegen verteidigte Hoeneß. "Uli Hoeneß ist kein Betrüger, da ist ihm irgendein Fehler unterlaufen, das kann sein", sagte der Ehrenpräsident des deutschen Fußball-Rekordmeisters am Dienstagabend. "Ich halte zu ihm, immer, ganz gleich was passiert, das habe ich ihm auch gestern auf Band gesprochen", erklärte der Weltmeister von 1974. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer bewertete die Affäre am Dienstag als "schwerwiegenden Fall: "Es gibt nicht den geringsten Anlass, Steuerflüchtlinge zu schonen." Anders als Bundeskanzlerin Angela Merkel distanzierte sich der CSU-Politiker aber nicht ausdrücklich vom Präsidenten des FC Bayern. "Ich bewerte nicht den Uli Hoeneß", sagte er. "Ich möchte mir ein Urteil nicht erlauben aufgrund der Faktenlage, die ich nur aus den Medien kenne." (Kommentar, Seite 8 und 9)
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