26.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Bewegende Gedenkfeier für getöteten Teenager in St. Louis - Vorerst keine weiteren Unruhen Trauer um Michael Brown

Mit einem Gospel-Gottesdienst in einer Baptistenkirche in St. Louis gedachten Hunderte Menschen am Montag des getöteten schwarzen Jugendlichen Michael Brown. Der Teenager war am 9. August in Ferguson von einem weißen Polizisten erschossen worden, was tagelang zu Protesten und Unruhen geführt hatte. Brown sollte auf einem nahe gelegenen Friedhof beigesetzt werden.

Die Umstände des gewaltsamen Todes Michael Browns bewegten die Trauergäste bei der Gedenkfeier sichtlich. "Ich bin besonders schockiert, weil sie seinen Leichnam vier Stunden auf der Straße haben liegen lassen, bevor sie etwas getan haben", sagte eine Teilnehmerin des Gottesdienstes. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Neben den Angehörigen nahmen zahlreiche Prominente am Gottesdienst teil. Auch Präsident Barack Obama schickte eine Delegation nach St. Louis (Missouri). Neben den schwarzen Bürgerrechtlern Al Sharpton und Jesse Jackson wurden unter anderem Filmemacher Spike Lee ("Malcom X"), sowie die Rapper und Musikproduzenten Sean Combs und Snoop Dogg erwartet.

Rosen und ein Basecap

In der ersten Reihe saß die Mutter des Getöteten, Lesley McSpadden, in einem roten Kleid. Neben dem schwarzem Sarg waren Fotos des 18-Jährigen aufgestellt. Auf dem Sarg lagen eine schwarze Baseball-Kappe der St. Louis Cardinals und ein Kranz roter Rosen. In der Kirche und in einem Nebenraum sollten 4500 Menschen Platz finden, Dutzende Journalisten versammelten sich vor der Kirche. Missouris Gouverneur Jay Nixon wurde nicht erwartet.

"Wir sollten hier heute nicht sitzen und so tun, als würden wir etwas beobachten, was in Ordnung ist", sagte Sharpton in einer flammenden Ansprache. Brown würde heute das College besuchen, wäre er nicht von Darren Wilson erschossen worden. "Hier geht es um Gerechtigkeit", rief Sharpton. Der TV-Sender NBC meldete, dass 216 000 Dollar (164 000 Euro) für die Familie gesammelt wurden. Ob ein Verfahren gegen Wilson eröffnet wird, ist noch offen.

Proteste ruhen

Der Vater des Jungen, Michael Brown senior, hatte die Demonstranten in Ferguson zuvor um einen Tag der Ruhe und des Gedenkens gebeten. Protestler waren immer wieder gewaltsam mit der Polizei aneinandergeraten, die Blendgranaten und Tränengas einsetzte. In der Nacht blieb es ruhig, auch für den Abend wurden keine Proteste erwartet.

"Ich glaube, Ferguson ist ein Symbol für viele Städte in Amerika", sagte Brown-Anwalt Benjamin Crump gegenüber CNN. "Wie laut müssen wir schreien, damit wir nicht noch einen Michael Brown bekommen?"

Themenseiten:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.