Biergarten-Wirte hoffen auf sonnigen September
Wo ist bloß der Sommer hin?

In den vergangenen Tagen brauchte es ein Zelt und sogar Heizpilze. Bruckmüller-Wirt Josef Forster (rechts) hat Vorkehrungen getroffen, damit seine Biergarten-Gäste nicht frieren müssen. Bild: Hartl
Amberg. (upl) "Schlecht" - das ist die Antwort, die Brauereichef Martin Sterk denen gibt, die danach fragen, wie der Sommer 2014 war. Sein Biergarten in Raigering war die meisten Tage leer. Hoffnung auf einen Schlussspurt hat der Bräu nicht: "In zwei, drei Wochen ist erfahrungsgemäß alles vorbei."

Seit eineinhalb Wochen schon gibt kühle Atlantikluft über der Oberpfalz den Ton an und hält Wanderer, Radlfahrer und Mittagsgäste weitgehend von den Schanktischen im Freien fern. "Tagsüber geht noch ein bisschen was", sagt Sterk. "Aber die langen, lauen Sommerabende sind definitiv vorbei."

Bergfest-Phänomen

Auch Bruckmüller-Wirt Josef Forster steht vor leeren Tischen und Bänken. Sein Urteil fällt zwei Wochen vor dem meteorologischen Ende des Sommers ein bisschen differenzierter aus. "Es war durchwachsen", erklärt er, während er sich auf die Lehne einer Bierbank stützt. "Schade, dass der Sommer auf seinen letzten Metern ein bisschen brach liegt." Das stabile Azorenhoch hat gefehlt: Das Wetter sei heuer sehr unberechenbar gewesen. "Wenn es mal schön warm war, dann gab's gleich wieder Gewitter." Wobei das Geschäft während der Fußball-Weltmeisterschaft die größten Nachteile dieser Wetterlaunen wieder zurechtgerückt hat. Die WM in Brasilien sorgte nicht nur für volle Biergärten, sondern in diesem Jahr - anders als früher - auch für volle Zelte auf dem Mariahilfbergfest. Am Abend, an dem die deutsche Nationalelf im Viertelfinale auf das Team der Franzosen traf, war auch das Bergfest gut besucht. "Das war heuer echt ein Phänomen. So einen starken Andrang hatten wir bei vergleichbaren Fußball-Abenden noch nie", erzählt der Bräuwirt.

Den Sommer hat Forster noch nicht ganz abgeschrieben. Auch der Goldene Oktober hat ja noch seinen Reiz. "Und außerdem ist jetzt dann erst mal das Stadtgrabenfest." Am ersten September-Wochenende spielen in der Grünanlage zwischen Mühlgasse und Pfalzgrafenbrücke wieder Volksmusikgruppen aus der Region. Ohne Strom und Verstärker wohlgemerkt.

Wetter ist Ansichtssache

Zufrieden sitzt Casino-Wirt Hans Graf unter den schattigen Bäumen im Hinterhof seiner Gaststätte und genießt einen Schluck Wein. "Ich will mich nicht beklagen", sagt er. "Es war doch ein schöner Sommer!" Gut - einige Abende seien verregnet gewesen, zum Beispiel beim WM-Halbfinale. "Aber im Großen und Ganzen kann man mit der Saison doch zufrieden sein."
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