28.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Blitz-Abschluss weit unter den geforderten fünf Milliarden - Heftige Kritik im Lager der ... 800 Millionen Euro mehr für Kassenärzte

von Agentur DPAProfil

Nach zügigen Honorarverhandlungen haben sich niedergelassene Ärzte und Krankenkassen für 2015 auf eine Anhebung der Vergütung um 800 Millionen Euro geeinigt. Das ist deutlich weniger als die Forderung von fünf Milliarden Euro, mit der die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) in die erste Verhandlungsrunde gegangen war. Obwohl die Positionen der KBV und des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zunächst auseinanderlagen, dauerte die zweite Runde nur rund eine halbe Stunde. Wie KBV und GKV mitteilten, entfallen 132 Millionen Euro der Gesamtsumme auf die Erhöhung der Pauschalen für die fachärztliche Grundversorgung. Ein besonderes Augenmerk wurde auf die Förderung im hausärztlichen Bereich gelegt. 132 Millionen Euro sind insbesondere für die Finanzierung von Leistungen qualifizierter nichtärztlicher Praxisassistenten und vor allem für Hausbesuche vorgesehen. KBV-Chef Andreas Gassen betonte, dass die Einigung ohne Schiedsspruch erreicht worden sei: "Wir begrüßen es, dass wir als gemeinsame Selbstverwaltung eine Lösung gefunden haben." Der Vorsitzende des Verbandes der niedergelassenen Ärzte, NAV-Virchow-Bund, Dirk Heinrich, kritisierte: "So wie die Verhandlungen in diesem Jahr gelaufen sind, kann es nicht weitergehen." Ein Ende der Budgetierung sei nicht in Sicht. Die KBV verhandelte für 150 000 niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten. Der Deutsche Hausärzteverband hatte zuvor differenzierte Honorarerhöhungen verlangt. Vorsitzender Ulrich Weigeldt sagte, bei Hausärzten gebe es sicherlich mehr Nachholbedarf bei den Honoraren als bei vielen hoch technisierten Facharztpraxen.

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