Briefe und Pakte betroffen
Warnstreiks bei der Post ab Mittwoch

Bild: dpa
Bonn/Berlin. (dpa) Nach zwei ergebnislosen Verhandlungsrunden
über Löhne und Gehälter bei der Post erhöht die Gewerkschaft Verdi jetzt mit Warnstreiks den Druck. Schon von diesem Mittwoch an werden Mitarbeiter in einzelnen Verteilzentren vorübergehend die Arbeit niederlegen. Die Kunden müssten sich deshalb auf Störungen im Brief- und Paketversand gefasst machen, teilte Verdi am Dienstag mit. Welche Zentren genau bestreikt werden, gibt die Gewerkschaft vorab aber nicht bekannt, um der Post möglichst wenig Reaktionszeit zu lassen. Die Post will trotzdem versuchen, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten, sagte ihr Sprecher Dirk Klasen in Bonn.

Verdi fordert für die 132 000 Tarifbeschäftigten bei der Post sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 140 Euro mehr im Monat. Außerdem sollen die Auszubildenden monatlich 65 Euro mehr verdienen. «Wir sind in der zweiten Runde nicht über unverbindliche Sondierungen hinausgekommen. Der Arbeitgeber hat erneut kein Angebot vorlegt», kritisierte die Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis in einer Mitteilung. Die zweite Verhandlungsrunde hatte am Montag in Berlin stattgefunden. Das nächste Treffen ist für den 25. April angesetzt.

Die Post kritisierte die Warnstreiks: «Wir halten es nicht für zielführend und auch nicht für notwendig», sagte Klasen. Die Gespräche seien bislang konstruktiv gewesen. Mit einem Angebot ist vor der nächsten Verhandlungsrunde aber nicht zu rechnen. Ob es vorgelegt werde, hänge vom Verlauf der Gespräche ab, sagte Klasen.

Bei der ersten Tarifrunde vor gut drei Wochen hatte die Post die Verdi-Forderungen als «sehr ambitioniertes» Ziel bezeichnet. In Deutschland werden immer weniger Briefe verschickt. Diese Rückgänge glich die Post im Geschäftsjahr 2012 mit dem gut laufenden Pakete-Sektor aus. Für das Geschäftsjahr 2013 rechnet die Post mit einem Gewinnzuwachs.
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