Bürgermeisterin Margit Kirzinger will sich voll ihren politischen Aufgaben widmen
"Als Nebentätigkeit unvorstellbar"

Die Möglichkeit, Waidhaus zu gestalten, die Vielfalt der Themen, mit denen ich mich beschäftige, die unzähligen interessanten Kontakte mit den Bürgern lassen den enormen Zeitaufwand gleich vergessen. Für mich ist ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen.

Waidhaus. (fjo) Ein Quartal ist Margit Kirzinger nun Bürgermeisterin. Im NT-Interview mit unserem Mitarbeiter Josef Forster zieht sie eine erste Bilanz ihrer bisherigen Amtszeit.

Wie würden Sie Ihre ersten Eindrücken umschreiben?

Nach 100 Tagen im Amt kann ich bestätigen, dass es genau so ist, wie ich es mir vorstellte. Die Möglichkeit, Waidhaus zu gestalten, die Vielfalt der Themen, mit denen ich mich beschäftige, die unzähligen interessanten Kontakte mit den Bürgern lassen den enormen Zeitaufwand gleich vergessen. Für mich ist ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen.

Ein sehr oft freudestrahlendes Gesicht und spürbare Fröhlichkeit sind nicht von der Hand zu weisen. Wo nehmen Sie die Kraft her, um Ihren vielen Termine eine Art festlicher Feierlichkeit zu verleihen?

Ich bin schon immer ein sehr ausgeglichener Mensch, der nicht so schnell aus der Ruhe zu bringen ist. Ein freundliches Miteinander ist mir sehr wichtig, hat auch etwas mit guter Kinderstube zu tun. Gibt es etwas Schöneres als eine standesamtliche Trauung in einem feierlichen Rahmen? Mit Unterstützung unserer vielen Musiker gelingt es mir auch, bei Feierlichkeiten den passenden musikalischen Rahmen zu schaffen.

Wo sehen Sie nach der soliden und dadurch auch grundlegenden Politik von Vorgänger Anton Schwarzmeier Raum für Visionen und Ideen?

Wir müssen unsere Hausaufgaben erledigen und gleichzeitig unsere Zukunft gestalten. Fortschritt kann nur mit Visionen gelingen, sonst treten wir auf der Stelle. Unser Handeln darf sich jedoch nur im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten bewegen. Zum Glück zählen wir nicht zu den armen Gemeinden - das lässt einen guten Spielraum für Investitionen.

Wie ist sich nach den ersten Monaten der Rückhalt in der Bevölkerung?

Ich bekomme täglich Rückmeldungen aus der Bevölkerung, dass die Waidhauser mit ihrer Bürgermeisterin zufrieden sind. Das spüre ich auch in den vielen persönlichen Gesprächen.

Änderte sich mit dem Wechsel der Mehrheitsverhältnisse im Marktrat auch der Umgang untereinander?

Wir können unsere Aufgaben nur gemeinsam lösen. Eine gute Stimmung im Marktrat finde ich außerordentlich wichtig. Einstimmigkeit wird in Zukunft nicht immer machbar sein. Die politische Diskussion darf aber nie persönlich werden. Darauf werde ich als Sitzungsleiterin ein großes Augenmerk legen.

Werden Sie nach einer bewegten beruflichen Karriere, zuletzt als Arbeitsvermittlerin bei der Agentur für Arbeit in Weiden, Ihre ganze Kraft nun beiden politischen Ämtern widmen?

Bürgermeisterin als Nebentätigkeit - für mich unvorstellbar. Die Fülle der Aufgaben, die vor uns liegen, brauchen meine volle Arbeitskraft. Bei vielen wichtigen Terminen stellte ich bereits jetzt fest, dass "Teilzeitbürgermeister" nicht anwesend sind und somit auf wichtige Informationen verzichten müssen. Finde ich nicht zielführend.

Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch sieht "den Draht vom Waidhauser Rathaus direkt nach Berlin mit Margit Kirzinger so kurz, wie nur irgendwie denkbar".

So ist es. MdB Uli Grötsch und ich gehen seit Beginn seiner Jusozeit Seite an Seite. Wir haben viel gemeinsam erreicht und uns immer gegenseitig unterstützt. Ich freue mich, mit Uli Grötsch einen Waidhauser Bundestagsabgeordneten in der Regierungskoalition zu haben. Eine großes Glück für unsere Gemeinde."

Wie beurteilen Sie die künftige Entwicklung der Zusammenarbeit mit ihren tschechischen Nachbarn?

Gute Kontakte zu Senator Miroslav Nenutil und dem Abgeordneten des Tschechischen Parlaments, Vaclav Votava, pflege ich seit langer Zeit. Das erste gemeinsame Treffen nach der Wahl mit MdB Uli Grötsch findet am 19. September 2014 im Waidhauser Rathaus statt. Meine Bürgermeisterkollegen der benachbarten tschechischen Gemeinden durfte ich auch schon kennenlernen. Ich denke, dass wir uns gut ergänzen und etwas bewegen können. Bin schon gespannt, was die Kommunalwahlen in Tschechien für Veränderungen bringen."

In Ihren Wahlveranstaltungen regten Sie die Verwirklichung eines Konzerthauses als vielseitiges Veranstaltungsdomizil an. Wie geht es hier weiter?

Es mag vielleicht sehr visionär klingen. Im Rahmen der städtebaulichen Entwicklung sehe ich hier gute Chancen, diese Vision zu verwirklichen. Die Regierung der Oberpfalz fordert neben Ordnungsmaßnahmen (Marktplatzgestaltung usw.) auch unmissverständlich Hochbaumaßnahmen ein und nimmt den Markt Waidhaus als Sanierungsträger nicht aus. Die Schaffung eines Kultursaales ist für mich in erreichbare Nähe gerückt, da wir hier verschiedene Fördertöpfe anzapfen können. Warten wir mal ab.
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