18.08.2005 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Bundespräsident besucht Projekt der Landjugend Im "Globalen Dorf"

von Alexander Pausch Kontakt Profil

Mit viel Beifall wurden Bundespräsident Horst Köhler und seine Frau Eva am Mittwoch bei einem Besuch im "Globalen Dorf" der Katholischen Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) begrüßt. "Hier ist kein Griesgram-Klima zu beobachten, sondern Begeisterung und ein großes Interesse am Anderen", sagte Köhler vor den Pilgern. "Das ist alles wegweisend." Es gebe zwar auch Jugendliche mit einer "Null-Bock-Haltung". Vorherrschend seien aber positive Einstellungen. "Ich bin nicht zu belehren, dass wir keine Chance haben sollten, eine bessere Welt zu schaffen." Mit ihrem Engagement könnten die Jugendlichen dazu beitragen.

Über Politik dürfe nicht nur schlecht geredet werden, mahnte Köhler. Die Jugend sollte sich aktiv in Politik einmischen, und die Politik sollte ihre Interessen aufnehmen. "Ihre Fröhlichkeit, ihre Begeisterungsfähigkeit und ihre Verankerung im Glauben ist etwas ganz Schönes. Behalten Sie sich das bei", rief er den Jugendlichen zu. Sie antworteten mit Applaus und Gejohle.

Immer wieder umringten ihn Jugendliche und baten um Autogramme - Köhler schrieb auf T-Shirts, Deutschland-Fahnen und Pilger-Rucksäcke. Er ließ sich auch ein modisches "Powerband" überreichen - mit der Aufschrift "Kampf gegen Armut - keine Entschuldigungen". Eine bayerische Gruppe inszenierte eine La-Ola-Welle für das Staatsoberhaupt. Eine polnische Pilgergruppe aus Danzig intonierte für ihn ein "Halleluja".

Ins Schwitzen kam Köhler, der sein dunkles Jackett abgelegt und die Ärmel aufgekrempelt hatte, beim Seilehalten. Dabei ging es um Teamwork - ein Dutzend Jugendlicher mussten mitsamt Köhler und seiner Frau die Seile so zusammenhalten, das eine gewichtige Afrikanerin darüber gehen konnte. "Eine wunderbare symbolische Idee für das Miteinander", sagte Köhler. An der Torwand platzierte er drei Fehlschüsse. "Da müsst ihr besser den Franz Beckenbauer holen."

Zum Abschluss seines Besuchs im "Globalen Dorf" wurde Köhler ein deftiges Mittagsmahl serviert: Schweinegeschnetzeltes mit Vollkornnudeln. Mit am Tisch saßen von jedem Kontinent je zwei jugendliche Pilger, unter ihnen war auch Christian Schärtl, der KLJB-Bundesvorsitzende und Europachef der Landjugend aus Döllnitz (Kreis Neustadt/WN).

Zuvor hatte der Bundespräsident mit Mitgliedern der Landjugendbewegungen aus Sambia, Uganda und Kenia über die Lebenssituation und

-perspektiven in deren Heimatländern gesprochen. Die MIJARC (Mouvement Internationale de la Jeunesse Agricole et Rurale Catholique) als internationale Ebene der KLJB stellte Köhler zudem Projekte und Partnerschaften zwischen den nationalen Mitgliedsverbänden vor, berichtete Schärtl im Telefongespräch mit unserer Zeitung.

"Es ist schön, dass sich unser Präsident Zeit für diesen Besuch bei uns und die Gespräche genommen hat", sagte Franz Hänsler von der Landjugend. Auch der 30-jährige Schärtl freute sich: Köhler war "sehr aufgeschlossen und interessiert. Wir hoffen, dass der Kontakt weiter besteht". Als seine persönliche Botschaft hinterließ Köhler den Satz: "Vernunft und Glaube ergänzen sich zu einer besseren Welt."

Weitere Informationen:

www.kljb-global-village.de

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