19.08.2015 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Chemnitzer will Nebenkläger im NSU-Prozess werden Schüsse nach Überfall

Beate Zschäpe. Archivbild: dpa
von Agentur DPAProfil

Im Münchner NSU-Prozess hat ein weiteres Opfer der mutmaßlichen Neonazi-Terroristen um die Hauptangeklagte Beate Zschäpe die Zulassung als Nebenkläger beantragt. Das hat die Deutsche Presse-Agentur aus Justizkreisen erfahren. Es handelt sich um einen 32-jährigen Mann aus Chemnitz. Bisher sind 86 mutmaßliche Opfer der rechtsextremen Terrorzelle "Nationalsozialistischer Untergrund" als Nebenkläger zugelassen. Im Zeugenstand hatte der Chemnitzer bereits ausgesagt, er habe 1998 als damals 16-Jähriger die Täter nach einem Überfall auf einen Supermarkt verfolgt. Er habe die Verfolgung aber abgebrochen, nachdem sie gezielt auf ihn geschossen hätten. Den Überfall schreibt die Bundesanwaltschaft dem NSU zu. In der Anklageschrift werden Zschäpes mutmaßliche Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt als unmittelbar Tatverdächtige genannt. Der Chemnitzer hatte außerdem ausgesagt, er habe nicht nur zwei, sondern drei Täter am Tatort gesehen. Die dritte Person sei möglicherweise eine Frau gewesen. Die Schüsse auf den Mann hat die Bundesanwaltschaft als versuchten Mord gewertet. Der Überfall auf den Supermarkt in Chemnitz gilt als das erste Kapitalverbrechen des NSU nach dem Abtauchen des Trios Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt. Der NSU-Prozess soll am 2. September fortgesetzt werden.

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