05.03.2008 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

CSU-Bezirkschef Spitzner analysiert Verluste kritisch - Über Nachfolge nach der Landtagswahl ... Quittung für Rauchverbot und Streitereien

CSU-Bezirkschef Hans Spitzner. (Archivbild: Alexander Unger)
von Uli Piehler Kontakt Profil

"Insgesamt bin ich zufrieden. Wir sind dominierende Kraft geblieben." CSU-Bezirksvorsitzender Hans Spitzner gewinnt den Verlusten seiner Partei bei der Kommunalwahl doch noch etwas Positives ab. In mehreren Kreistagen und Stadträten büßte die CSU ihre absolute Mehrheit ein. Unsere Zeitung hat am Dienstag mit dem 64-jährigen Ex-Staatssekretär aus Parsberg (Kreis Neumarkt) über den Wahlausgang gesprochen.

Herr Spitzner, wie erklären Sie sich den Vertrauensschwund für die CSU in der Oberpfalz?

Spitzner: So eine Kommunalwahl hängt von sehr vielen örtlichen Gegebenheiten ab. Überall dort, wo wir nicht geschlossen auftraten, sind wir drastisch eingebrochen. Besonders abgestraft worden sind wir in Weiden und Regensburg.

Gehört zu einer Partei nicht auch eine kontroverse Auseinandersetzung über Inhalte und Personen?

Spitzner: Dem bürgerlichen Wähler kann man manches zumuten, aber nicht alles. Dafür haben wir mancherorts einen Denkzettel erhalten.

Wie stark haben landespolitische Themen, wie das Rauchverbot oder der Transrapid das Ergebnis beeinflusst?

Spitzner: Das Rauchverbot hat eine starke Rolle gespielt. Ich habe immer vor einer strengen Regelung gewarnt und ich sage es noch einmal: Das Gesetz geht mir zu weit. Deswegen habe ich im Landtag demonstrativ gegen die eigene Parteilinie gestimmt. Das Wahlergebnis ist auch eine Quittung für das Rauchverbot. Das Thema Transrapid spielte meiner Meinung nach kaum eine Rolle.

Die Wahlbeteiligung hat einen historischen Tiefstand erreicht. Schrillen da die Alarmglocken?

Spitzner: Sicherlich hat auch das miese Wetter die Leute vom Wählen abgehalten. Aber generell ist die Wahlenthaltung schon ein drängendes Problem. Wir haben unser Stammwählerpotenzial bei Weitem nicht ausgeschöpft. Wir müssen die Leute mobilisieren und nochmal mobilisieren. Dann fahren wir bei der Landtagswahl wieder ein besseres Ergebnis ein.

Die CSU hat besonders in den größeren Städten verloren. Schwimmen Ihnen dort für die Landtagswahl die Felle weg?

Spitzner: In diesem Bereich gibt es eine Menge zu tun. Die CSU muss zeigen, dass sie nicht nur für den ländlichen Raum arbeitet, sondern auch eine moderne Großstadtpartei ist.

Beim nächsten Bezirksparteitag wollen Sie nicht mehr als Vorsitzender kandidieren. Zeichnet sich schon eine Tendenz für die Nachfolge ab?

Spitzner: Unsere Spitzenkandidatin für den Landtagswahlkampf wird unangefochten Emilia Müller sein. In Sachen Bezirksparteitag wird die Forderung nach einem Termin nach der Landtagswahl immer lauter. Es soll nicht der Eindruck entstehen, dass es bei uns nur um Posten geht.

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