CSU will offenbar schon heute die Nachfolge regeln - Stewens Favoritin
Fraktionschef stürzt über Top-Salär für seine Frau

Knapp fünf Monate vor der Landtagswahl ist Fraktionschef Georg Schmid über die Affäre um die üppig entlohnte Beschäftigung seiner Ehefrau als Büro-Mitarbeiterin gestürzt. Nach massiverem Druck auch aus der eigenen Partei erklärte Schmid am Donnerstag seinen Rücktritt.

Seine Nachfolge soll möglichst schon heute bei einer Sondersitzung der Fraktion geklärt werden. Am Donnerstagabend lief alles auf die frühere Sozialministerin Christa Stewens zu. Sie gelte als "ganz heiße Favoritin", erfuhr die Nachrichtenagentur dpa nach einer Reihe parteiinterner Beratungen aus Fraktionskreisen. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) soll schon seine Zustimmung signalisiert haben - auch deshalb, weil er auf keinen Fall auch noch eine Kabinettsumbildung will.

Seehofer hob hervor, dass Schmid der CSU-Fraktion und der Staatsregierung mit seinem Rücktritt "eine langandauernde öffentliche Diskussion" ersparen wolle. Stewens sagte zur Nachfolgefrage: "Ich überleg's mir." Auch Finanzminister Markus Söder wurden in den vergangenen Jahren immer wieder Ambitionen auf den Posten des Fraktionschefs nachgesagt. Söder erklärte, dass er einen Konflikt vermeiden will. "In der jetzigen Situation ist am wichtigsten, dass die CSU eine geschlossene Formation hält", sagte er am Abend.
Der ebenfalls als möglicher Nachfolger Schmids gehandelte Ex-Wissenschaftsminister Thomas Goppel sagte: "Ich finde die Nennung ehrenvoll, aber ich bin auch der Meinung, dass Christa Stewens mehr Argumente auf ihrer Seite hat." Sie wolle ihre Karriere im Herbst beenden, so dass nach der Landtagswahl eine Neuaufstellung möglich sei.

Schmid hatte seine Frau seit 23 Jahren als Mitarbeiterin engagiert und sie aus der Landtags-Kasse bezahlt. Am Dienstag musste er einräumen, dass er dem Büro seiner Frau bis zu 5500 Euro im Monat zuzüglich Mehrwertsteuer gezahlt hatte. Rechtlich war das zulässig, weil Schmid ein Schlupfloch im Abgeordnetengesetz nutzte. Wegen der hohen Summe hatte Schmid aber an Rückhalt verloren. (Kommentar und Seite 3)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.