11.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Daller kritisiert Personalrat und fordert "Zivilcourage" Klinikum: "Schweigen im Wald"

Klinikum St. Marien in Amberg. Bild: Huber
von Redaktion OnetzProfil

Amberg. (ath) "Ich finde es äußerst bedauerlich, dass der Personalrat so eine ,Mauerhaltung' einnimmt." Deutliche Worte hat Ex-Klinikums-Vorstand Wilhelm Daller jetzt dem Vorsitzenden der Arbeitnehmervertretung von St. Marien, Reinhard Birner, geschrieben. Wie berichtet, hatte das Gremium gegenüber der AZ eine Stellungnahme zur Kritik von Daller abgelehnt. "Dem gesamten Personalrat sind die ,Zustände' am Klinikum bekannt", empört sich der ehemalige Verwaltungsleiter und Vorstand darüber in einer Mail an Birner, "trotzdem tiefes Schweigen im Wald!"

"Ein Betriebsratsvorsitzender von Siemens oder Grammer würde da schon längst die Gewerkschaft einschalten und auf die Barrikaden gehen", zieht Wilhelm Daller in seinem Schreiben einen Vergleich und hebt hervor, dass St. Marien nicht viel kleiner, mit seinen rund 1600 Beschäftigten nach Siemens der zweitgrößte Arbeitgeber der Stadt sei. "Sie sollten auch bedenken, dass im Falle eines Personalkollaps' Sie zur Verantwortung gezogen werden und dann auch vor der Öffentlichkeit Rede und Antwort stehen müssen", wirft Daller dem Gremium vor und bohrt nach: "Wovor haben Sie eigentlich Angst? Ihnen kann doch nichts passieren. Nicht umsonst hat der Gesetzgeber dafür gesorgt, dass Betriebs- und Personalräte unkündbar sind."

Vor diesem Hintergrund fordert Daller "Rückgrat und Zivilcourage" ein und warnt vor "Angeboten privater Krankenhausbetreiber", die es schon in seiner Zeit als Vorstand gegeben habe. "Ich hätte dabei viel Geld verdienen können", so Daller, "aber als gebürtigem Amberger war es mir immer wichtig, den Bürgern hier in die Augen schauen und aufrecht durch die Stadt gehen zu können". "Das kann ich jetzt und ich genieße dies", schließt der Ex-Vorstand.

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