11.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

David gegen Goliath: Niederbayer wehrt sich gegen 20 Millionen Werbezeitschriften "Einkauf ... 18-Jähriger streitet mit Post um Werbefolie

von Agentur DPAProfil

Fast jeder kennt die Werbezeitschrift "Einkauf aktuell". Samstags liegt sie im Briefkasten von etwa 20 Millionen Haushalten. Wer die Broschüre aber einfach ungeöffnet ins Altpapier werfen will, steht vor einem Problem: Das Heftchen ist in Plastikfolie gehüllt. Genau dagegen setzt sich nun ein 18 Jahre alter Niederbayer zur Wehr und legt sich dabei sogar mit der Deutsche Post AG an, die das Heftchen versendet.

"Schlimm genug, dass man sich nicht gegen die Werbung wehren kann. Aber dass das Heft in Plastik gehüllt wird, geht gar nicht", sagt Fabian Lehner aus Simbach am Inn unweit der österreichischen Grenze. Es wirkt wie ein Kampf David gegen Goliath. Vor mehr als zwei Monaten steckte die umhüllte Werbung erstmals in Lehners Briefkasten. "Einfach wegschmeißen geht nicht, die Tüte muss in den Gelben Sack und der Prospekt ins Altpapier." "Es ist aber aus Umweltschutzgründen nicht zu akzeptieren, dass so viel Plastik verschwendet wird".

60 000 Unterstützer

Fabian Lehner startete eine Online-Petition. Rasch hatte er knapp 60 000 Unterstützer. "Die Beteiligung hat mich schon überrascht." Es scheint als hätte der junge Mann, der sich bei der freiwilligen Feuerwehr und der SPD in seinem Heimatort engagiert, den Nerv vieler getroffen. In seiner Petition ist zu lesen: "Laut Deutscher Umwelthilfe beläuft sich die Menge an diesen unnötigen Folienverpackungen, die das Fernsehprogramm und die Werbeprospekte umhüllen, pro Jahr auf rund 2886 Tonnen, was der jährlichen Menge an Kunststoffverpackungen von rund 83 000 Bürgern entspricht."

Die Aufregung blieb auch der Deutschen Post nicht verborgen, die Fabian Lehner einlud. Er fuhr nach Nürnberg und überreichte die CD mit der Petition und den Zehntausenden Unterschriften. "Wirklich ernst genommen hat man mich und mein Anliegen aber nicht." An einem Stehtisch im Flur habe ihn jemand empfangen. "Als ich die Hintergründe erklären wollte, wurde ich abgewimmelt. Nach 15 Minuten war ich wieder aus dem Gebäude", erklärt Fabian. Die zuständige Fachabteilung müsse den Fall prüfen, hieß es.

"Obwohl Herr Lehner erst 18 Jahre alt ist, nehmen wir sein Anliegen sehr ernst", betont der Pressesprecher der Deutschen Post AG, Erwin Nier. Die Petition habe ein hochrangiger Produktmanager übernommen. Nach einer Prüfung der Unterlagen werde es zeitnah in den kommenden Wochen eine Antwort geben, versichert Nier.

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