Deko-Tipps für die eigenen vier Wände - Urlaubs-Souveniers wecken Erinnerungen
Wohnen mit Buddha

Der Christbaum hat schon lange die letzten Nadeln verloren, und die silbernen Engelchen aus Porzellan warten gut verstaut im Keller auf das nächste Weihnachten. Die Wohnräume kommen einem trist und leer vor, die Winterdepression schlägt zu.

Wohn-Experten wissen, wie man das Deko-Tief am besten bekämpft - mit Urlaubsmitbringseln. Die rot-blau geblümte Vase aus Mexiko, die Buddha-Statue aus Thailand oder die verzierten Flamencotänzerinnen aus Andalusien erinnern in der heimischen Wohnung an die vergangenen Ferien.

Gewusst, wie

Doch nicht auf jeder Kommode sehen sie gut aus, sagt der Berliner Einrichtungsberater Sam Bohr. "In Maßen ist alles möglich", sagt Bohr, rät aber davon ab, zu viele verschiedene Kulturen und Stile zu mixen. "Zu dem Buddha-Kopf aus Asien passen bunte indische Sitzkissen, die andalusischen Tänzerinnen aber eher nicht."

"Irgendwo einzeln platziert können auch die verkitschten Flamencotänzerinnen wieder witzig sein", erklärt Genia Börner-Hoffmann von der Zeitschrift "Living at Home". In jeder Wohnung gibt es Platz für Souvenirs - egal ob auf der Kommode, dem Esstisch oder arrangiert in einem Schaukasten. Dabei ist laut Börner-Hoffmann ein gewisser Stilmix durchaus erlaubt.
"Wichtig ist dabei, dass man kontrastreich stylt. Also lieber nicht indische und chinesische Accessoires mixen, sonst ist unangenehmes Augenflimmern vorprogrammiert. Besser klare Linien mit üppigen mischen, Landhaus mit poppigen Farben."

Wer nicht so mutig ist, mitten im Wohnzimmer afrikanische Kunst neben asiatischen Kitsch zu stellen, könne eine kleine Ecke in der Wohnung für die Souvenirs frei räumen - "wie einen Altar".

Weltreise im Wohnzimmer

"Wenn man alles gut kombiniert, kann man sogar eine kleine Weltreise zu Hause unternehmen", sagt Börner-Hoffmann.

"Souvenirs bringen fremde Kulturen in unser Wohnzimmer", sagt auch Sam Bohr. Zudem halten sie die Erinnerung an die Vergangenheit wach, ergänzt die Architekturpsychologin Antje Flade.

"Die Wohnung ist etwas, das mit der Vergangenheit verbindet. Dort bewahrt der Mensch Teile seiner Vergangenheit auf." Für viele gehören schöne Urlaubserlebnisse dazu. Darüber hinaus sollen die Mitbringsel im heimischen Wohnzimmer oft auch Ausdruck der eigenen Weltoffenheit sein, sagt Flade. "Man will mit den Accessoires aus fernen Ländern zeigen: "Guck' mal, wo ich schon war!" Dafür müssten die Erinnerungsstücke gut sichtbar platziert werden.
Im Wohnzimmer oder im Flur fallen sie sofort auf, im Schlafzimmer oder der Küche sehen viele Besucher sie dagegen nicht. Flade rät, das Schlafzimmer grundsätzlich nicht zu überfrachten. "Man sollte Dekorationen in den Räumen platzieren, in denen man auch wohnt - und nicht schläft."

Kinder lieben es

Auch Kinder freuen sich über einen Platz für Souvenirs und Urlaubserinnerungen im eigenen Zimmer. Ein Regal oder kleines Schränkchen biete sich an, um darauf Fotos mit der Urlaubsfreundin, ein Gläschen mit Sand aus der Bretagne oder die Muschelsammlung aufzubewahren.

Sam Bohr verweist auf "die Glasvitrinen unserer Omas". "Sie hatten den Schrank voll Tässchen mit Verzierungen aus dem Westerwald oder ähnlichem." Diese Glasvitrinen voller Dekor sind nach Meinung der Einrichtungsexperten zwar nicht mehr modern, die Idee greift Börner-Hoffmann aber gern auf.

Sie empfiehlt für viele kleine Accessoires aus einer Stadt oder einem Urlaub die "Erinnerungsbox": Gesammelte Visitenkarten, Stadtpläne, Geldscheine oder Bustickets werden in einem Schaukasten aus dem Bastelladen so arrangiert und festgeklebt, dass alles gut zu sehen ist. "Wetten, dass man immer schmunzelt, wenn man auf das Objekt schaut?"
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