Der 69-Jährige bewirbt sich bei der Bundestagswahl im Herbst um kein Linken-Mandat
Lafontaine tritt nicht mehr an

Die mehr als 20-jährige bundespolitische Karriere von Oskar Lafontaine geht zu Ende. Nach langem Zögern kündigte der frühere Parteichef der Linken am Montag in Saarbrücken an, er werde sich bei der Bundestagswahl am 22. September nicht um ein Mandat bewerben.

Er sehe keine "Realisierungschancen" für ein Konzept zur Neuordnung der europäischen Finanzmärkte, gab Lafontaine als Hauptgrund für seine Entscheidung an. Vor allem die West-Landesverbände hatten den 69-Jährigen gedrängt, erneut zu kandidieren, um die Chancen der Linken bei der Wahl zu erhöhen. Lafontaine ist seit mehr als 40 Jahren in der Politik, die Hälfte der Zeit davon auf Bundesebene - zunächst für die SPD, dann für die von ihm mitgegründete Linke. Zuletzt war er 2009 in den Bundestag eingezogen, hatte sich aber nach einer Krebserkrankung zurückgezogen und führt seither die Linken-Fraktion im Saarland.

Lafontaine erklärte, Enttäuschung über den innerpartlichen Streit vor allem mit seinem einstigen Verbündeten Gysi gebe es nicht. Er sehe derzeit aber keine Chancen, etwas zu bewegen: "Wenn man sich längere Zeit etwas aufbürdet, dann muss man ein Ziel haben." Er sei bereit, sich vor allem inhaltlich und programmatisch auch in der Bundespolitik einzubringen. Ein Mandat oder ein Amt in der Partei strebe er aber nicht mehr an. Im saarländischen Landtag will Lafontaine bis zum Ende der Legislaturperiode 2017 Vorsitzender der Linken-Fraktion bleiben.
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