04.11.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Der Generalinspekteur der Bundeswehr nennt die künftige Struktur der Einheit aus Amberg ... Oberpfalzbrigade als Vorbild für die Reform

Apell
von Alexander Pausch Kontakt Profil

In diesen Tagen kehren die ersten Soldaten der Panzerbrigade 12 "Oberpfalz" aus ihrem sechsmonatigen Einsatz im Kosovo in ihre Heimat zurück. Die meisten tun dies mit der Gewissheit, dass auch künftig ihre Einheiten und Kasernen bestehen bleiben. Nur die Männer und Frauen aus Neunburg vorm Wald (Kreis Schwandorf) und Bad Frankenhausen (Thüringen) wissen nicht, was die Zukunft bringt. Ihre Bataillone fallen der Bundeswehrreform zum Opfer. Sie werden aufgelöst.

Auch als Stabilisierungskraft wird die Brigade über sieben Bataillone verfügen. Die künftig geplante Stationierung der Teileinheiten in der Oberpfalz und Niederbayern lobt der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Wolfgang Schneiderhan, als "beispielhaft". So werde eine Verbesserung der Ausbildungs- und Übungsbedingungen realisiert.

Die Schwerpunktbildung lobt auch Sascha Lange, nicht nur in der Oberpfalz, sondern für die gesamte geplante Umstrukturierung der Bundeswehr. Der Mitarbeiter der Stiftung Wissenschaft und Politik Berlin verweist auf kurze Führungswege. Vor allem die guten Übungs- und besseren Verlademöglichkeiten sprächen für die Stationierung der künftigen Eingreifkräfte in Norddeutschland.

Das Argument der räumlichen Nähe rechtfertigt nach Meinung des Experten für Sicherheitspolitik auch die Verlegung der Division Spezielle Operationen von Regensburg nach Hessen. Generell komme die engräumige Stationierung der Brigaden zudem auch den Familien zugute, sagt Lange. Die Soldaten könnten so bei Versetzungen in benachbarte Standorte wechseln.

Noch einen zweiten Pluspunkt der Panzerbrigade 12 streicht Schneiderhan heraus: Die Nachbarschaft der Oberpfalzbrigade zum Truppenübungsplatz Grafenwöhr eröffne die "Möglichkeit eines engen Ausbildungsverbundes mit den US-Streitkräften". Der oberste militärische Chef der deutschen Streitkräfte baut dabei auf die geplante Stationierung einer US Stryker-Brigade.

Auch künftig werden das Panzergrenadierbataillon 122 in Oberviechtach und das Panzerbataillon 104 in Pfreimd (Beide Kreis Schwandorf) sowie das Panzergrenadierbataillon 112 in Regen, das Panzerpionierbataillon 4 in Bogen und das Logistikbataillon 4 in Roding zur Panzerbrigade 12 gehören. Neu kommen das Fernmeldebataillon 4 in Cham und das Gebirgspanzeraufklärungsbataillon 8 in Freyung hinzu.

"Möglicherweise haben wir dann auch ein paar Soldaten mehr", sagt Oberstleutnant Johann Ehrenreich, Presseoffizier der Brigade. Das bisher zur Brigade gehörende Artilleriebataillon 115 in Neunburg vorm Wald (Kreis Schwandorf, wir berichteten) und das Panzerbataillon 383 in Bad Frankenhausen werden aufgelöst.

Die Oberpfalzbrigade wird auch einem neuen Kommando unterstellt. Statt von der 13. Panzergrenadierdivision aus Leipzig, soll die Einheit demnächst wieder zur 10. Panzerdivision in Sigmaringen (Baden-Württemberg) gehören. Die Amberger Brigade war bis zum Jahr 2001 Teil der Division aus dem Südwesten.

Detailplanung läuft

Noch ist kein Zeitpunkt absehbar, ab dem die Veränderungen für die "Zwölfer" greifen. Die Detailplanung der Strukturreform läuft erst an. Zudem müssen die bisherigen Teile der Division in Sigmaringen erst ihre Auslandseinsätze absolvieren, die für kommendes Jahr geplant sind.

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