25.04.2007 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Die mehrfach preisgekrönte Oberpfälzer Dichterin Margret Hölle feiert ihren 80. Geburtstag - ... Ihre Sprache ist ihr Haus und ihre Heimat

von Redaktion OnetzProfil

Neumarkt. "Mei Sprouch/ is mei Haus", so beginnt eines der Mundartgedichte von Margret Hölle aus ihrem Buch "Blöiht a Dornbusch". Sie hat dieses Haus quasi mitgenommen nach München. Geboren wurde sie 1927 in Neumarkt in der Oberpfalz. Dort verlebte sie eine ärmliche Kindheit. Nach einer kaufmännischen Lehre begann sie mit dem Schauspielunterricht - anfangs noch heimlich in Nürnberg, später dann in München. Dort legte sie auch das Schauspielexamen ab. Ausgedehnte Tourneetätigkeiten und Engagements als Sprecherin beim Bayerischen Rundfunk folgten.

In München lernte sie auch den Maler und Buchillustrator Erich Hölle kennen und heiratete ihn. Der Familie zuliebe gab sie ihren Schauspielberuf auf.

Mit 50 das erste Buch

Obwohl sie schon seit 1956 Mundartgedichte schrieb, erschien erst 1976 - sie war schon fast 50 - ihr erstes Buch. Eine stattliche Anzahl von Gedichtbänden folgte. Immer treu blieb Hölle dabei ihrer Sprache, dem Oberpfälzischen. Margret Hölle feiert in diesen Tagen ihren achtzigsten Geburtstag. Zu wünschen wären ihr vor allem Gesundheit, die es ihr ermöglicht, den Tag so zu begehen, wie es ihr angemessen erschiene.

Lang ist die Liste der Auszeichnungen, die sie für ihr Schaffen, ihr Werk und ihre Verdienste um die Sprache erhalten hat: 1990 Kulturpreis der Stadt Neumarkt, 1996 Friedrich-Baur-Preis für Literatur der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, 1998 Nordgaupreis des Oberpfälzer Kulturbundes für Dichtung, 2003 Bayerischer Poetentaler, 2004 Kulturpreis des Bezirk Oberpfalz.

In all ihren Texten spiegelt sich ihre Liebe zur Heimat wider. Das bedeutet für Margret Hölle aber immer auch Kritik. "An sich ein aufmüpfiger und rebellischer Mensch, auch jetzt noch", schrieb Bernhard Setzwein über sie zu ihrem 75. Geburtstag. Professor Dr. Reinhard Wittmann sagte in seiner Laudatio anlässlich der Verleihung des Literaturpreises 1996: " Als eine originär lyrische und zugleich originär mundartliche Begabung ist Margret Hölle gänzlich einzigartig. Nirgendwo erblüht das Oberpfälzische so farbig zur Literatursprache wie in ihren Gedichten." Dass sie sich noch oft zu Wort meldet, wünschen wir ihr von ganzem Herzen.

"Kaum ein anderer Dichter hat das Bild der Zeit so intensiv und unverrückbar gestaltet wie Margret Hölle", fand "Literatur in Bayern". Und in der Sendung "Lesezeichen" des Bayerischen Fernsehens wurden ihre Gedichte gerühmt: "...wer sich der Mühe des möglichst lauten Lesens unterzieht, wird mit Sprach- und Lautfügungen überrascht, die an die berühmten Mundartverse Peter Hebels erinnern."

Literarischer Abend

Nachzulesen sind ihre Gedichte in Büchern wie "Wurzelherz", "Blöiht a Dornbusch", "Distelsamen", "Zeit aaffanga" (lichtung verlag, Viechtach). Auch hören kann man die Gedichte Margret Hölles. Ebenfalls im lichtung verlag erschien die CD "Oberpfälzer Psalm".

Anlässlich ihres Geburtstages findet am 26. April im Museum-Lothar-Fischer in Neumarkt um 20 Uhr in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek ein literarischer Abend mit der Dichterin und ihren drei Schriftstellerkollegen Harald Grill, Bernhard Setzwein und Friedrich Brandl statt. Musikalisch wird die Veranstaltung durch das Trio Collegio umrahmt.

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