13.01.2009 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Diplomarbeit: Zwei Studenten wetteifern darum, wer als Erster eine Million Euro verdient Für Geld tun sie (fast) alles

Sie sind jung und brauchen das Geld - so wie hunderttausende Studenten in Deutschland. Nur scheinen Yvonne Feller (25) und Florian Flechsig (28) etwas kreativer als die meisten ihrer Kommilitonen zu sein. Gegenstand ihrer Diplomarbeit ist ein Duell, wer von beiden als erster eine Million Euro auf seinem Konto verbuchen kann.

So sieht die Internetseite der beiden Goldgräber aus: Yvonne Feller (25, links) und Florian Flechsig wetteifern darum, wer zuerst eine Million Euro verdient. Ihr Experiment ist gleichzeitig ihre Diplomarbeit. Bild: upl
von Uli Piehler Kontakt Profil

Für Geld tun die beiden Studenten der Universität der Künste in Berlin (fast) alles. Sie sammeln Pfandflaschen ein, spielen Gitarre in der Innenstadt und bieten ihre Inneneinrichtung bei Internetauktionen an. Bisher mit eher mäßigem Erfolg. Nach gut zwei Wochen hat Florian gerade einmal 1500 Euro zusammen, Yvonne liegt mit knapp 1000 Euro hinten.

"Irgendwie kamen wir im Sommer darauf, wie ungerecht es doch ist, dass viele unspannende und unangenehme Menschen so viel Geld haben, obwohl man selbst und andere viel toller sind und es viel eher verdient hätten", erzählt Yvonne. "Selbst wenn man 100 Euro im Monat sparen und zu sagenhaften acht Prozent verzinst anlegen könnte, bräuchte man über 50 Jahre bis zur ersten Million." Damit wollten sich die beiden nicht abfinden.

Im Internet live dabei

Sie saßen bei einem Bierchen am Landwehrkanal, als ihnen dämmerte, dass sie das Streben nach der "ersten Million" zum Thema ihrer Diplomarbeit machen könnten. Im Studiengang "Visuelle Kommunikation" geht es immerhin auch darum, wie ausgefallene Ideen ästhetisch ansprechend und öffentlichkeitswirksam in Medien präsentiert werden können. Dass sie durch ihren Internetauftritt einen deutschlandweiten Hype ausgelöst haben, zeigt, dass sie auf dem richtigen Weg sind. Auf den Webseiten dokumentieren sie, was sie auf dem Weg zur Million alles erleben.
Im Mai wird abgerechnet - egal, wie viel Geld dann auf den beiden Konten liegt. Die Professoren bewerten die Arbeit streng nach den Studienzielen "Planung, Realisierung und Vermittlung sichtbarer Informationen in zwei oder drei Dimensionen". Das Marketing-Element gehört ausdrücklich dazu. "Der Lehrplan verfolgt einen übergreifenden Ansatz", heißt es bei der Uni. "Denn auch die berufliche Praxis besteht zunehmend aus interdisziplinären, untereinander schwer abgrenzbaren Tätigkeitsfeldern."

Als Ziel haben die beiden vorgegeben, "mit möglichst simplen Aktionen" an das Geld zu kommen. Einfacher geht's nicht: Von Gitarrespielen hat Yvonne keine Ahnung. Trotzdem setzte sie sich mit aufgeklappter Hülle vor den Berliner Dom. "Abgesehen davon, dass ich nichts verdient habe, was aber vermutlich auch daran lag, dass mein Kontrahent die Aktion videografisch begleitet hat und das Ganze eher wie eine Szene aus einem durchgeknallten Studentenfilmchen ausgesehen haben mochte denn als Geldeinnahmemaßnahme, konnte ich immerhin einige Lehren daraus ziehen", schreibt sie in ihrem Internet-Blog.

"Berliner Luft" in Folie

Jetzt versucht Yvonne es mit einem am Computer komponierten Song. In den nächsten Tagen soll es ein eigenes Video dazu geben. Florian versucht derweil weiter, seine in Plastikfolie eingeschweißte "Berliner Luft" unter die Leute zu bringen.

Weitere Informationen im Internet:

http://www.wirsindjungundbrauchendasgeld.de

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