22.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Ebola-Epidemie fordert weitere Menschenleben Das Sterben nimmt kein Ende

Die Zahl der mutmaßlichen Ebola-Toten ist auf mindestens 1350 gestiegen, ohne dass ein Ende der mörderischen Epidemie in Westafrika in Sicht wäre. Das Ebola-Virus werde noch etliche Monate Menschen töten, ehe die Epidemie eingedämmt werden könne, erklärte Margaret Chan, die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Bewaffnete Soldaten sorgen in der liberianischen Stadt Monrovia für Ordnung. Im dortigen Armenviertel hatte es Ebola-Fälle gegeben. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Die Welthungerhilfe warnte am Donnerstag, dass sich im westlichen Afrika eine Hungerkrise entwickele. Südafrika verhängte ein Einreiseverbot für Menschen aus den betroffenen Ländern. Derweil gab es in den USA ein Hoffnungszeichen: Zwei mit Ebola infizierte Helfer, die mit dem experimentellen Mittel "ZMapp" behandelt wurden, sind geheilt.

Die Nahrung wird knapp

Wegen der Schließung von Grenzen in Westafrika und anderer notwendiger Quarantänemaßnahmen sei der Handel vielerorts zum Erliegen gekommen, sagte Asja Hanano, Koordinatorin der Welthungerhilfe in Liberia, am Donnerstag in Berlin. Große Märkte blieben geschlossen.

Zudem seien in Sierra Leone viele Bauern an Ebola gestorben oder dürften ihre Häuser für Wochen nicht mehr verlassen. Die Preise für Grundnahrungsmittel wie Reis seien dort bereits um bis zu 40 Prozent gestiegen.

WHO-Chefin Chan machte in einem Beitrag für die US-Fachzeitschrift "New England Journal of Medicine" darauf aufmerksam, dass sich Ebola über die bislang betroffenen vier Länder hinaus ausbreiten könnte. Der Fall eines nigerianischen Arztes habe gezeigt, dass das lebensgefährliche Virus von infizierten Flugreisenden in "jede Stadt mit einem Flughafen" gelangen könne.

Armut das große Problem

Das größte Problem bei der Bekämpfung des Ebola-Ausbruchs in den am stärksten betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone könne mit einem einzigen Wort beschrieben werden: Armut. In diesen Ländern kämen nur ein oder zwei Ärzte auf 100 000 Einwohner. Zudem seien die Gesundheitssysteme in jahrelangen Konflikten weitgehend zerstört worden. "Die internationale Gemeinschaft muss sich darauf einstellen, dass noch viele weitere Monate lang massive, koordinierte und zielgerichtete Unterstützung nötig sein wird", schrieb Chan.

Nach WHO-Angaben von Mittwochabend stieg die Zahl der Todesfälle, bei denen Ebola eindeutig nachgewiesen wurde, auf 805. Bei 545 weiteren verstorbenen Patienten sei das Virus als Todesursache wahrscheinlich. Die Zahlen deuten darauf hin, dass die Krankheit inzwischen besonders heftig in Liberia wütet: Dort wurden bis Montag 972 der insgesamt 2473 bestätigten oder Verdachtsfälle registriert. 576 Ebola-Tote wurden in dem Land erfasst.

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