12.09.2007 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Ehemalige Tirschenreuther Jugendpflegerin Michaela Schmid kümmert sich um Jugendarbeit in ... "Meine Aufgabe ist es, Vertrauen zu schaffen"

von Uli Piehler Kontakt Profil

Laut Pressestelle des Bistums Regensburg hat sie sich "bereits mehrfach in schwierigen Situationen bewährt" - die 30-jährige Sozialpädagogin Michaela Schmid. Jetzt soll die ehemalige Jugendpflegerin im Landkreis Tirschenreuth die Jugendlichen in den vom Missbrauchsfall aufgewühlten Pfarrgemeinden Riekofen und Schönach (Kreis Regensburg) betreuen.

"Meine Aufgabe ist es, Vertrauen zu schaffen", sagt Schmid. Sie will sich demnächst zusammen mit dem neuen Riekofener Pfarrer, Prälat Gottfried Dachauer, in den beiden Pfarrgemeinden vorstellen. Ein fertiges Konzept habe sie dabei nicht in der Tasche. "Natürlich bringe ich mein Handwerkszeug mit", sagt sie. "Aber ich will im Gespräch mit den Menschen vor Ort abklären, was ihnen wichtig ist."

Schmid, die aus dem kleinen Ort Döberein bei Immenreuth (Kreis Tirschenreuth) stammt, ist aktuell vom Bistum Regensburg als Jugendpflegerin in Straubing angestellt. Bis Ende 2005 war Schmid Jugendpflegerin in Tirschenreuth. Anfang 2006 wurde sie vom Bistum mit der geistlichen Vorbereitung auf den Papstbesuch in Regensburg beauftragt. Dass der Einsatz in Riekofen besonderes Engagement erfordert, ist der Sozialpädagogin bewusst. "Dienst nach Vorschrift gibt es hier nicht. Da wird Flexibilität gefordert."

Unterdessen geht der Streit um die Verantwortung für den Missbrauchsfall weiter. Sigrid Grabmeier (Deggendorf) vom Bundesteam "Wir sind Kirche" wies den Vorwurf von Bischof Gerhard Ludwig Müller zurück, wonach die Kirchenvolksbewegung eine Kampagne gegen ihn schüre. "Der Vorwurf, wir würden ohne Rücksicht auf die Betroffenen uns als Trittbrettfahrer betätigen, wurde vom Bischof schon 2003 anlässlich des Georgenberger Missbrauchsfalls zu Unrecht erhoben", erklärte Grabmeier. Der Androhung rechtlicher Schritte sehe sie gelassen entgegen. Grabmeier: "Der Bischof wäre gut beraten, wenn er nicht zum wiederholten Male - unter Umgehung seines eigenen Verbotes, in solchen Angelegenheiten weltliche Gerichte anzurufen - zu diesem Mittel greifen würde." "Wir sind Kirche" unterhält seit 2002 das Notruftelefon Zypresse bei sexueller Gewalt in der Kirche (Telefon 0180/3000862, neun Cent pro Minute).

Prälat Dachauer wird am Sonntag, 23. September, in sein Amt als Pfarrer von Riekofen eingeführt. Der Bischof persönlich will die "Installation" vornehmen. Wie berichtet, sitzt der 39-jährige bisherige Gemeindeseelsorger wegen des Verdachts des sexuellen Kindesmissbrauchs in Untersuchungshaft.

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