27.06.2006 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Ehemaliges KZ Flossenbürg unter Denkmalschutz "Guter Kompromiss"

von Redaktion OnetzProfil

Nach jahrelanger Diskussion sind nahezu das gesamte Gelände und alle Nazi-Bauten des ehemaligen Konzentrationslagers Flossenbürg unter Denkmalschutz gestellt worden. Neben der bereits seit den 60er Jahren geschützten KZ-Gedenkstätte stehe nun auch das restliche Gelände des Lagers unter Denkmalschutz, sagte am Montag der Leiter der Oberpfälzer Gedenkstätte, Jörg Skriebeleit.

Häuser der SS-Offiziere

In der Vergangenheit hatten sich Anwohner gegen die Ausweitung des Denkmalschutzes gewehrt. Der Großteil der Fläche des ehemaligen Konzentrationslagers liegt außerhalb der Gedenkstätte. Dort befinden sich beispielsweise die Blockhäuser der SS-Offiziere, die heute als normale Wohnungen genutzt werden und der Steinbruch, wo die Häftlinge arbeiten mussten. Die ehemalige SS-Kantine, die bis vor kurzem als Gastwirtschaft diente, ist seit April Bestandteil der Gedenkstätte.

Ursprünglich wollte das Landesamt das komplette Lager-Ensemble unter Denkmalschutz stellen. Schließlich einigte sich die Behörde mit den Bürgern aber darauf, dass das Gelände Bodendenkmal wird und die Gebäude aus der NS-Zeit als Einzeldenkmäler geschützt werden. "Das ist ein guter Kompromiss", sagte Skriebeleit.

So seien alle Bauten aus der Lagerzeit erfasst, aber Bürger mit anderen Gebäuden auf dem KZ-Gelände nicht betroffen.

Mehr als 100 000 Menschen waren im KZ Flossenbürg und den rund 100 Außenlagern inhaftiert. Mindestens 30 000 Menschen starben. Kurz vor Kriegsende wurden in Flossenbürg noch der evangelische Priester Dietrich Bonhoeffer und andere Widerstandskämpfer ermordet. Seit einigen Jahren rückt das lange Zeit "vergessene" KZ wieder verstärkt ins Bewusstsein der Öffentlichkeit.

Im Juli 2007 soll dort eine neue Dauerausstellung zur Geschichte des Lagers eröffnet werden.

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