Ehepaar will mit Start bei Marathon in Hansestadt ein Zeichen setzen
Von Boston nach Hamburg

Sechs Tage nach ihrer Teilnahme am Boston-Marathon sind Monika und Klaus Togler am Sonntag in Hamburg erneut auf die 42,195 Kilometer lange Strecke gegangen. "Das ist eine Liebeserklärung und eine Solidaritätsbekundung an Boston. Wir wollen ein Zeichen setzen, dass wir uns von den Ereignissen in Boston nicht beeindrucken oder unterkriegen lassen", sagte der 61 Jahre alte Hamburger vor dem Start in der Hansestadt.

Das Ehepaar war am Montag in Boston gestartet und hatte sich spontan entschieden, auch in der Hansestadt mitzulaufen. Er gehe mit dem Gefühl "jetzt erst recht" auf die Strecke. Beide trugen in Hamburg die T-Shirts des Boston-Marathons.

Das Ehepaar war am Montag auf den letzten Metern, als die erste Bombe im Zielbereich explodierte. "Es war gerade noch so locker und fröhlich, und plötzlich verwandelte sich alles in eine Kriegsszene", erinnerte sich Klaus Togler, der rund 30 Meter von der ersten Bombe entfernt war. Seine Frau, die 200 Meter hinter ihm lief, war zunächst irritiert: "Ich hörte einen lauten Knall, konnte aber nichts sehen. Plötzlich stoppten die Menschen und drehten um."
Als die 55-Jährige erkannte, was passiert war, explodierte bereits die zweite Bombe. "Es brach Chaos aus und Panik machte sich breit, neben mir begann jemand zu beten", beschrieb Klaus Togler, der sich die Teilnahme am Boston Marathon zum 60. Geburtstag gewünscht hatte, die ersten Minuten nach den Anschlägen. Im Trubel gelang es den Eheleuten zunächst nicht, einander zu finden: "Wir wussten dreieinhalb Stunden lang nichts voneinander", sagte Monika Togler.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.