19.09.2005 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Einbußen für Rupprecht und Hofbauer bei Erststimmen - Schieder für SPD erstmals im Bundestag Dämpfer für die Oberpfälzer CSU

Die Oberpfalz wird möglicherweise nur noch mit sieben statt wie bisher acht Abgeordneten im Bundestag vertreten sein. Die CSU eroberte alle vier Direktmandate - jedoch teilweise mit kräftigen Einbußen. Zudem dürfte wegen des schlechten Ergebnisses in Freistaat kein Christsozialer aus dem Bezirk über die Liste in den Bundestag einziehen.

von Uli Piehler Kontakt Profil

Für die SPD ziehen Ludwig Stiegler aus Weiden und Marianne Schieder aus Wernberg-Köblitz in den Bundestag ein. Auch die FDP hat mit Horst Meierhofer aus Regensburg einen Abgeordneten aus der Region in Berlin.

Der Dippel-Faktor

Albert Rupprecht (CSU) musste im Wahlkreis Weiden bei den Erststimmen im Vergleich zu seinem Vorgänger Georg Girisch deutlich Federn lassen. Er erreichte nur noch 48,4 Prozent nach 59,2 Prozent vor drei Jahren für Girisch. Er zeigte sich enttäuscht: "Wenn man vor der Wahl ehrlich sagt, was man vor hat, verschreckt man die Wähler offenbar." Auch SPD-Landeschef Ludwig Stiegler verlor von 35,5 aus 27,5 Prozent: "Das ist der Dippel-Faktor." Der 61-Jährige meinte damit den parteilosen Konrad Dippel, der aus dem Stand 13,6 Prozent der Erststimmen für sich verbuchen konnte. Stiegler süffisant: "Ich verstehe das nicht, aber ich akzeptiere es in Demut." Konrad Dippel konnte in einzelnen Gemeinden haushohe Siege einfahren. In seinem Heimatort Trabitz holte er 47,8 Prozent der Stimmen.

Alles andere als begeistert zeigte sich der Chamer Bundestagsabgeordnete Klaus Hofbauer. "Die Union hat ihr Wahlziel nicht erreicht", analysiert er. Dass ihm die Direktkandidatin der SPD, Marianne Schieder, im Wahlkreis Schwandorf-Cham viele Stimmen abgenommen hat, führt er auf den bayernweiten Trend zurück: "Die Talfahrt der CSU hat natürlich auch vor meinem Wahlkreis nicht Halt gemacht." Schieder erreichte bei den Erststimmen 28,1 Prozent nach 26,9 Prozent vor drei Jahren für Georg Pfannenstein. Hofbauer schaffte nur noch 58,1 Prozent nach 66,9 Prozent im Jahr 2002. "Unser ehrliches Programm hat offenbar zu Irritationen geführt. Und manche Dinge sind einfach nicht so gut gelaufen", sagte Hofbauer.

Marianne Schieder freute sich dagegen über ihren ersten Einzug in den Bundestag: "Ich liege teilweise zehn Prozent vor der Partei. Das ist doch schön." Aber der Wahlkampf habe sie doch ordentlich geschlaucht: "Ich bin fertig. Aber das war schon sehr belastend." Über eine mögliche Koalition in Berlin könne sie "ehrlichen Herzens" keine Aussage machen. Eine klare Sache war der Wahlkreis Amberg-Neumarkt für Alois Karl (CSU). Der Neumarkter Oberbürgermeister erreichte mit 58,8 Prozent fast das Ergebnis seines Vorgängers Rudolf Kraus, der vor drei Jahren mit 60,4 Prozent triumphierte.

Neumarkt wählt Karl

"Wenn ich hier gewinne und wir aber bundesweit verlieren, dann ist das nur die halbe Freude", sagte er. Sein Ergebnis sei im ostbayerischen Vergleich noch einigermaßen passabel. SPD-Herausforderer Christian Beyer erzielte 25,2 Prozent, nach dem 2002 Reinhold Strobl noch 28,6 Prozent für die Genossen eingefahren hatte. Vor allem in der Stadt und im Landkreis Neumarkt konnte Karl punkten. Im Kreis Amberg-Sulzbach erreichte der Neumarkter Oberbürgermeister 51,8 Prozent.

Im Wahlkreis Regensburg holte sich wieder die CSU-Bundestagsabgeordnete Maria Eichhorn das Direktmandat. Die 56-Jährige errang allerdings nur noch 53,2 Prozent nach 59,9 Prozent vor drei Jahren. SPD-Gegenkandidat Joachim Wolbergs kam auf 28,3 Prozent, ein Prozentpunkt mehr als vor drei Jahren. In Hof verlor die CSU bei den Zweitstimmen 9,1 Prozentpunkte und kam nur noch auf 44,1 Prozent. Hans-Peter Friedrich holte das Hofer Direktmandat mit 50,2 Prozent der Erstimmen. Im Wahlkreis Bayreuth fuhr CSU-Direktkandidat Hartmut Koschyk 59 Prozent ein, nach 64,1 Prozent bei der Wahl vor drei Jahren. SPD-Herausfordererin Anette Kramme holte 27,6 Prozent.

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