28.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Eine gute Mundhygiene ist entscheidender als Ernährungsfaktoren Regelmäßige Pflege hält die Zähne gesund

von Redaktion OnetzProfil

Die deutschen Zahnärzte sind zufrieden: Die Zähne der 12-Jährigen liegen gesundheitstechnisch international auf einem Spitzenplatz. Nur durchschnittlich 0,7 Zähne sind an Karies erkrankt - 1992 waren es noch mehr als viermal so viele. Früher füllten Zahnärzte vor allem Löcher, inzwischen wird die Beratung zur Zahnpflege immer wichtiger - auch weil viele Patienten die Auslöser für Karies falsch einschätzen.

Lange galt Zucker als entscheidender Kariesauslöser - doch seine Wirkung wird stark überschätzt. Der Zahnarzt Dr. Markus Pellarin erklärt, warum: "Bei jeder Nahrungsaufnahme wird aus Kohlenhydraten in der Mundhöhle Säure produziert, die den Zahnschmelz angreift. Auch durch den Ersatz von Zucker durch Süßstoffe kann die Bildung von Säure und damit die Kariesbildung nicht vollständig unterbunden werden. Denn alle vergärbaren Kohlenhydrate, die wir täglich zu uns nehmen - ganz gleich ob Brot, Obst oder Süßes - sind potentiell kariogen und können der Zahngesundheit schaden."

Lebensmittel wie Obst und Säfte, die Fruchtsäuren enthalten, wirken zusätzlich kariogen. Genauso können harte Speisen wie grobes Vollkornbrot den Zahnschmelz schädigen. "Vermeiden lässt sich Karies durch eine gute Mundhygiene, aber kaum durch eine Ernährungsumstellung", so Pellarin.

Mit einer ausgewogenen, vielseitigen Ernährung liegt man immer richtig. Studien zeigen, dass die Ernährung nur einen geringen Anteil der Kariesentstehung erklärt. Daher braucht man für die Zahngesundheit auf nichts zu verzichten - vorausgesetzt, man pflegt seine Zähne gut.

Pellarin rät: "Die Zähne werden durch eine regelmäßige gründliche Reinigung mit fluoridhaltiger Zahnpasta vor Karies geschützt. Die Fluoride fördern die Remineralisation und härten die obere Schmelzschicht der Zähne. Dies ist ein dynamischer Prozess, der immer wiederholt werden muss." Wer also zweimal täglich putzt, kann dem nächsten Säureangriff viel gelassener entgegen sehen. (djd/pt)

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