29.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Eskalation der Virus-Epidemie wahrscheinlich WHO befürchtet 20 000 Ebola-Fälle

Dramatisches Seuchen-Szenario: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befürchtet mehr als 20 000 Ebola-Infizierte in den kommenden Monaten. Das teilte die Behörde am Donnerstag bei der Präsentation eines Notfallplans mit. Selbst bei vollständiger Umsetzung des Plans könne die Epidemie in Westafrika noch neun Monate andauern. Neue Statistiken der Behörde zeigen, dass sich die Krankheit immer schneller ausbreitet.

Eine Szene, die sich bald zehntausendfach wiederholen könnte: Krankenpfleger in Monrovia mit einem verstorbenen Ebola-Kranken. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Die Zahl der bestätigten und Verdachtsfälle stieg demnach bis zum 26. August in Guinea, Liberia, Nigeria und Sierra Leone auf insgesamt 3069. Etwa jeder zweite Infizierte (1552) starb. Tatsächlich könnten die Zahlen zwei bis vier Mal so hoch liegen, warnte die WHO.

Mehr als 40 Prozent der registrierten Erkrankungen wurden in den vergangenen drei Wochen erfasst. Bekannt ist der Ausbruch seit fünf Monaten. Die Sterblichkeit in Westafrika liegt nach Angaben der WHO im Mittel bei 52 Prozent. Sie reicht von 42 Prozent in Sierra Leone bis 66 Prozent in Guinea. Den Statistiken zufolge forderte die derzeitige Epidemie bislang ähnlich viele Menschenleben wie alle früheren Ausbrüche zusammen.

Der Notfallplan sieht unter anderem den Einsatz von mehr als 13 000 Fachkräften in jenen Regionen vor, die am schlimmsten von dem Virus betroffen sind. 750 davon sollen internationale Spezialisten sein. Die Gesamtkosten schätzt die WHO auf mehr als 370 Millionen Euro innerhalb der kommenden sechs Monate.

Globale Gefahr

"Es handelt sich nicht um eine westafrikanische Angelegenheit, sondern um eine Frage der globalen Gesundheitssicherheit", sagte der Vizegeneraldirektor der Organisation, Bruce Aylward. Ziel ist es, dass die Infektionszahlen in den besonders betroffenen Gebieten binnen drei Monaten nicht mehr steigen. Zudem soll die Übertragung des Erregers in Haupt- und Hafenstädten gestoppt werden.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen begrüßte das Vorhaben, warnte aber vor überzogenen Hoffnungen. "Ein Plan muss ausgeführt werden", sagte Brice de le Vingne, Leiter der Projektabteilung. Keine Organisation habe zurzeit die Kapazität, die Epidemie einzudämmen.

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