Etablierte Parteien lassen kein gutes Haar an der neuen Anti-Euro-Initiative
"Gefahr für Deutschland"

Die neu gegründete Anti-Euro-Partei Alternative für Deutschland (AFD) stößt bei den anderen politischen Kräften auf massive Kritik. Zugleich ist im Regierungslager die Sorge spürbar, die neue Partei könnte Schwarz-Gelb den Sieg bei der Bundestagswahl kosten.

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Montag in Berlin, der Euro habe in Deutschland für Millionen Menschen Einkommen und Beschäftigung gesichert. "Wer das gefährdet, der gefährdet Wohlstand, Arbeitsplätze und soziale Sicherheit." Die AFD hatte sich am Sonntag in Berlin als Partei gegründet. In ihrem Wahlprogramm fordert sie eine "geordnete Auflösung des Euro-Währungsgebietes". Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth sagte dazu: "Raus aus dem Euro, zurück zur D-Mark - diese Nationalstaats-Nostalgie, die schadet vor allem Deutschland, die schadet vor allem den deutschen Interessen." Bei der Bundestagswahl werde die Alternative vor allem den Koalitionsparteien Stimmen abnehmen, wo es schon jetzt sehr viel Kritik am Euro gebe.

Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) sieht dagegen in der Anti-Euro-Partei keine wirkliche Gefahr für die Union. "Der Austritt aus dem Euro ist schlichtweg keine Alternative, und eine Renaissance der Nationalstaaten in Europa sehe ich auch nicht", sagte Lieberknecht.
Der Euro-kritische CDU-Politiker Wolfgang Bosbach warnte davor, die neue Partei zu dämonisieren. Die AFD sei in der politischen Mitte angesiedelt und daher eine politische Konkurrentin. Er glaube aber nicht, dass sie realistische Chancen bei der Bundestagswahl habe. FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle erklärte, es reiche nicht, sich "Alternative" zu nennen, wenn man keine Lösungen und Antworten für die Zukunft Europas biete.
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