EU warnt Putin vor Intervention unter dem Deckmantel der Wohltätigkeit
Ostukraine: Jetzt soll das Rote Kreuz die Not lindern

Die Regierung in Kiew hat den Zivilisten in den umkämpften Regionen zur Flucht geraten. Aber nicht alle können fliehen. Diese junge Frau hat deshalb ihr Kind im Luftschutzkeller einer Klinik in Donezk zur Welt gebracht. Bild: AFP

Der Weg für eine internationale Hilfsmission für die Bevölkerung im umkämpften Osten der Ukraine ist frei. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko stimmte einem solchen Einsatz am Montag nach einem Telefonat mit US-Präsident Barack Obama zu.

An der Mission unter Leitung des Internationalen Roten Kreuzes sollen sich demnach Russland, die EU, Deutschland und andere Partner beteiligen, wie die Präsidialverwaltung in Kiew mitteilte. Es gehe um einen Einsatz für die besonders von den blutigen Kämpfen betroffene Region Lugansk.

Russland hatte immer wieder eine solche Hilfsmission gefordert und dem Westen Zögerlichkeit sowie Blindheit für die Notlage der Menschen vorgeworfen. Die Bundesregierung hatte betont, dass es einen Hilfseinsatz nur mit Zustimmung der ukrainischen Regierung geben dürfe. Der Westen hatte Russland außerdem gewarnt, eigenmächtig unter dem Deckmantel einer Friedensmission in die Ukraine einzumarschieren. Dort gab es zudem Widerstand gegen einen humanitären Hilfseinsatz der Russen. Auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hatte Putin vor "einseitigen militärischen Aktionen unter egal welchem Vorwand, inklusive humanitärer Einsätze" gewarnt.

Die prorussischen Separatisten in der Großstadt Donezk berichteten unterdessen von schwerem Artilleriebeschuss durch die ukrainischen Regierungstruppen. Mehrere Gebäude, darunter Wohnhäuser, wurden getroffen. Demnach wurde auch ein Straflager beschossen. In der anschließenden Panik seien 106 Häftlinge geflohen.

Die Regierung in Kiew riet den Bewohnern der umkämpften Regionen zur Flucht. "Für Zivilisten ist es besser, Donezk und Lugansk zu verlassen", sagte Andrej Lyssenko vom Sicherheitsrat. Die "Anti-Terror-Operation" werde fortgesetzt, in jeder Stadt gebe es Fluchtkorridore. Die Armee müsse schnell handeln, damit die prorussischen Separatisten sich nicht neu formieren könnten. (Seite 8)
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